Elliott-Wave: Spezielle Korrekturformationen und Impulswellen I

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Die Erkenntnisse aus den Arbeiten von Ralph Nelson Elliott belegen, dass die menschlichen Verhaltensweisen sich immer in bestimmten Mustern wiederholen. So gelang es ihm in den dreißiger Jahren einige sehr genaue Prognosen abzugeben. Daraufhin folgte auch eine Artikelserie über das Prinzip der Wellen ("The Wave Principle") und ein größeres Werk mit dem Titel "Natures Law".

Kategorien von Wellen
Elliott’s Wellentheorie unterscheidet zwei Kategorien von Wellen:
Während Impulswellen immer fünfwellig sind, bestehen die aus drei Wellen. Impulswellen werden mit Ziffern (1, 2, 3...) und Korrekturwellen mit Buchstaben (a, b, c...) bezeichnet, damit das Stadium des Fortschreitungsgrades innerhalb des Elliott-Wellen-Zykluses klassifiziert werden kann. Bedingt durch das mögliche Auftreten einer oder eventuell zweier "Erweiterungen", so genannter Extensionen kann die Impulswelle aus 5, 9 oder 13 Wellen bestehen und die Korrekturformation aus 3, 7 oder 11 Wellen. Abweichend von der klassischen Impulswelle (auch Antriebswelle genannt) gibt es noch einige besondere Impulswellen die weiter unten näher erklärt werden sollen.

Die klassische Impulswelle
Die klassische Impulswelle besteht aus fünf Teilen (5-3-5-3-5 Struktur). Die Wellen 1, 3 und 5 sind fünfteilig, während die Wellen 2 und 4 dreiteilig sind.
Nachdem die Welle 1 abgeschlossen ist, korrigiert die Welle 2 die erste oft um die Fibonacci-Korrekturziele 23,6 %, 38,2 %, 50 %, 61,8 % oder um sogar 100 %. Die Welle 2 darf sich niemals über den Anfang der Welle 1 hinaus entwickeln. Die Welle 1 ist also immer länger als die Welle 2. Die Welle 3 ist deutlich länger als die Welle 2. Häufig beträgt die dritte Welle 161,8 % oder mehr der Länge der ersten Welle. Die Welle 4 korrigiert die Welle 3 und entwickelt sich deswegen in die entgegengesetzte Richtung zu Welle 3.

An dieser Stelle kommt nun die Wechselregel (Rule of Alternation) ins Spiel. Bildet die Welle 2 ein einfaches Korrekturmuster aus, so ist mit einem komplexen Korrekturmuster für die Welle 4 zu rechnen. Die Wechselregel bezieht sich auch auf das Ausmaß der Korrekturwellen. Entwickelt sich die Welle 2 stark gegen den Trend, korrigiert die Welle 4 nur leicht die Welle 3 (und umgekehrt). In diesem Fall ist dann mit einem komplexen Korrekturmuster für die Welle 4 zu rechnen. Die Welle 4 darf nicht in den Bereich der Welle 1 eindringen. Die Welle 5 steht insbesondere dann zur Welle 1 in engem Zusammenhang, wenn die Welle 3 extensiv war. So beträgt oft die fünfte Welle 61,8 %, 100 % oder 161,8 % der ersten Welle. In einigen Fällen schafft es die Welle 5 nicht über das Hoch der Welle 3 zu kommen. Diese "Versagerwelle" zeigt eine deutliche Schwäche des vorliegenden Trends an.
Bild 1: Die klassische Impulswelle
[AnchorTarget=2]Impulswelle als Diagonal Triangle Typ 1
Dieser spezielle Typ einer Impulsbewegung kommt relativ selten vor. Das diagonale Dreieck entsteht nur in Welle 1 oder Welle 5 bzw. in Korrekturformationen, aber niemals in Welle 3. Entgegengesetzt zu der normalen Impulsbewegung (5-3-5-3-5 Struktur), weist das Diagonal Triangle Typ 1 eine 3-3-3-3-3 Struktur auf. Es besteht zwar auch aus fünf Wellen, aber alle Wellen, so auch Welle 1, 3 und 5 sind dreiteiliger Natur. Ein weiteres besonderes Kennzeichen dieser Impulswelle ist die notwendige Überlappung von Welle 4 und Welle 1. Das Diagonal Triangle Typ 1 kann zusammenlaufende oder auseinanderlaufende (kommt sehr selten vor) Begrenzungslinien aufweisen.
Bild 2: Diagonal Triangle Typ 1
Impulswelle als Diagonal Triangle Typ 2
Das Diagonal Triangle Typ 2 ist noch seltener anzutreffen, als das Diagonal Triangle Typ 1. Das Diagonal Triangle Typ 2 besitzt fast alle Merkmale von Typ 1. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass das Diagonal Triangle Typ 2 eine (5-3-5-3-5 Struktur) aufweist. Der Typ 2 unterscheidet sich zur klassischen Impulswelle durch die Überlappung von Welle 4 und Welle 1. Elliott führte in seinen Schriften aus, entsteht ein Diagonal Triangle in der Welle 5, so hat die vorangegangene Welle 3, die Kurse "zu schnell, zu weit" geführt. Das auftreten eines Diagonal Triangle in der Welle 5 ist ein klares Anzeichen für eine bevorstehende Marktschwäche.
Bild 3: Diagonal Triangle Typ 2
[AnchorTarget=1]Einfache und komplexe Korrekturformationen
Um die Elliott-Wellen richtig anzuwenden ist es von entscheidender Bedeutung die Korrekturformationen mit all ihren Variationen genau zu kennen. Folgende Korrekturformationen sind bekannt: Flat, Flat Running Correktion, Flat Irregular Correktion, Contracting Triangle, Expanding Triangle, Double Three und Triple Three.

[AnchorTarget=3] Zigzag
Das Zigzag besteht aus insgesamt drei Wellen, in Form einer 5-3-5 Struktur und ist die häufigste Korrekturformation (a-b-c-Korrektur). Die Welle a ist eine fünfteilige Impulswelle. Merke: Entwickelt sich eine erste fünfteilige Bewegung gegen den Trend, so ist das niemals das Ende einer Korrektur, sondern immer nur ein Teil einer Korrektur. Die nachfolgende Welle b korrigiert die Welle a oft um die folgenden Fibonacci-Verhältnisse: 23,6 %, 38,2 %, 50 % oder 61, 8 %. Die Welle b ist dreiteilig und bewegt sich immer in der Richtung des vorherrschenden Trends. Zum Schluss folgt die Welle c. Sie besteht ebenfalls wie die Welle a aus fünf Unterwellen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Welle a oder die Welle c aus einem Diagonal Triangle gebildet wird. Entwickelt sich aber die Welle c viel steiler als die Welle a, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass aus dem einfachen Zigzag ein Double Zigzag oder sogar ein Triple Zigzag wird.
Bild 4: Zigzag - left bullmarket, right bearmarket
[AnchorTarget=4] Double Zigzag
Die Korrekturformation Double Zigzag ist öfter anzutreffen und setzt sich aus zwei einfachen Zigzag's (Welle w und Welle y) zusammen. Sie werden durch eine weitere Korrekturformation (Welle x) mit einander verbunden. Die Welle x korrigiert das erste Zigzag (Welle w) um mindestens 23,6 %.
Bild 5: Double Zigzag - left bullmarket, right bearmarket
[AnchorTarget=5] Triple Zigzag
Das Triple Zigzag gehört zu den selten vorkommenden Korrekturformationen. Der Name Triple Zigzag zeigt schon an, dass die Formation aus drei aneinander geketteten Zigzag's (Welle w, Welle y und Welle z) besteht. Die Welle w und die Welle y wird verbunden durch die Welle x1, die die Welle w um mindestens 23,6 % korrigiert. Die Welle x2 korrigiert die Welle y um mindestens 23,6 % und verbindet die Welle y und die Welle z.
Bild 6: Triple Zigzag - left bullmarket, right bearmarket

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