Coronavirus: Fallzahlen, Wird hier getrickst?

Eröffnet von fritzr im Board Allgemein

Nachdem als erster Teilerfolg die zunehmende Ausbreitungsgeschwindigkeit der Epidemie gebremst werden konnte, steht nun die Eindämmung der Neuinfektionen an, um möglichst viele Menschen zu schützen bis wirksame Behandlungsmöglichkeiten oder Impfstoffe verfügbar sind.

Die Weltaktienbörsen konnten sich bis dato stabilisieren. Sollte jedoch der gesellschaftliche und ökonomische Shutdown in bisheriger Form noch über viele Monate bestehen bleiben müssen, drohen der Ökonomie größere Gefahren als bisher in den Kursen eingepreist.

Als Parameter für den Verlauf der Eindämmung gebe ich die Halbwertzeit der Infektionsaktivität (Halbierungszeit #142) anhand zweier Basisgrößen an:
  1. Aktive := Gemeldete_Infektionen_insgesamt - Todesfälle - Genesene
  2. Zuwachs := wöchentlicher_Zuwachs_gemeldeter_Infektionen

Während die Berechnung über Aktive die Halbwertzeit zu groß abschätzt, da für Genesene keine Meldepflicht besteht, wird die Schätzung über Zuwachs eher zu klein ausfallen, da die Anzahl der Testungen gegenwärtig wieder kleiner wird (#161) und täglicher_Zuwachs_gemeldeter_Infektionen daher überproportional abnimmt.

Aktive dient somit als obere und Zuwachs als untere Begrenzung der Prognose für die reale Halbwertzeit der Zahl infektiöser Fälle in Tagen:
Stand: 26.11.2020. Basis sind die Zahlen für NRW.


alt:
Für die weitere Entwicklung an den Börsen ist der Verlauf der Fallzahlen von großer Wichtigkeit. Erst eine deutliche Abflachung des Anstiegs der Fallzahlen gibt Hoffnung auf bessere Aussichten, verminderte Risiken und damit wieder steigende Kurse.

Die entscheidende Kennzahl hierfür ist die prozentuale Zunahme pro Zeiteinheit. Ist dieser Wert konstant, ergibt sich eine Gerade in der logarithmischen Auftragung der Fallzahl gegen die Zeit.

prozentuale Zuwachsrate der Fallzahl auf Tagesbasis: r = Fallzahl_heute / Fallzahl_gestern - 1

Verdopplungszeit in Tagen: ln(2) / ln(1+r), wobei "ln" den natürlichen Logarithmus bezeichnet.
Stand: 15.04.2020

Quellen:
Ministerium NRW
Bayerisches Landesamt
Ministerium Baden-Württemberg

Die Anzahl der Genesenen ist nicht abgezogen.

Die bei den Verdopplungstagen eingezeichnete Linie von 10,2 Tagen bezeichnet die Grenze, unterhalb der die aktuelle Zahl der Infizierten abnimmt unter der Voraussetzung, dass ein Infizierter im Durchschnitt nach 14 Tagen genest oder stirbt, also täglich 1/14=7% der Infizierten:
ln(2) / ln(1,07) = 10,2

Eingezeichnet sind die Zeiträume von Schul- und Kitaschließung bis Zuwachspeak (17 Tage), sowie von Kontaktsperre bis eindeutig vermindertem Zuwachs (21 Tage). Man kann erkennen, dass sich die Maßnahmen erst 2,5-3 Wochen später in den Zahlen niederschlagen. Für die etwaige Auswirkung einzelner Exitstufen bzw. erneuter Maßnahmen bei evtl. zukünftigen Wellen ist dieser Zeitverzug unbedingt zu berücksichtigen und jeweils abzuwarten!
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#502: 27.11.2020 09:49 brotaufstrich
Auf n-tv.de und Corona-spezial ist eine interaktive Karte zu finden,
die die Bundesländer nach Nord, Ost, Süd und West graphisch aufarbeitet,
was die Entwicklung der Infektionszahlen betrifft.

Der Nordkurve zeigt dort am ehesten die favorisierte Entwicklung an.
Im Osten ein Teil in Stagnation auf hohem Niveau,
unterlegt mit steigenden Kursen aus neuen Bundesländern
der Süden mit einer mögichen Toppbildung
und der Westen in einer fortgeschritteneren Toppbildung.
#501: 26.11.2020 13:13 brotaufstrich
Das dürfen wir uns auf die kommende Prognose von fritzr freuen bzw. spannend erwarten. :)
#500: 26.11.2020 13:09 fritzr
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@fritzr (#359)
15.10.
D.h. alle bremsenden Maßnahmen unterhalb der Lockdownschwelle wie damals werden das Anwachsen der Positivrate weniger eindämmen können als im Frühjahr. Die Rate wird also vermutlich über die 9% von Anfang April ansteigen.

Letzte Woche neuer Allzeithöchstwert der Positivrate von 9,39%!
#499: 26.11.2020 12:53 fritzr
Der Beitrag wurde vom Verfasser bearbeitet. Originalbeitrag anzeigen.
@fritzr (#489)
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#498: 26.11.2020 10:18 brotaufstrich
Das größte Hindernis bei der Bekämpfung der Pandemie scheint die Regierung selber zu sein.

Eigentlich unvorstellbar, mit welchem Dilettantismus die Regierung/Länder die Corona-Pandemie versemmelt/versemmeln.

Übervoller ÖPNV, Schulbusse etc;
keine Masken an vulnerable Gruppen
Beschwörung von AHA mit und ohne L

Die sagenumwobene Welt der Arbeit kommt nur vor, wenn ein Schlachthof ins Licht der Öffentlichkeit gerät.

Unvorstellbar - eigentlich.
#497: 25.11.2020 19:12 fritzr
@fritzr (#496)
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#496: 21.11.2020 23:22 fritzr
@fritzr (#490)
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#495: 20.11.2020 23:37 brotaufstrich
Dr. Specht. heute morgen mal auf der ARD, sagte. der R-Wert sei mehr oder weniger ein Schätzwert.
Nichts 100 % Handfestes.
#494: 20.11.2020 09:30 Unkas
Hier schildert ein Betroffener seine Erfahrungen. Ab Minute 8 geht man auf das aktuelle "Faul wie die Waschbären"-Video ein.

https://www.ardmediathek.de/ard/video/swr-sport/swr-baden-wuerttemberg/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEzNDQ0MDc/
#493: 19.11.2020 23:02 Bodenkontakt
@fritzr (#492)
Hier ein Auszug aus der Süddeutschen zum PCR Test:
"Ob jemand trotz eines positiven Corona-Tests nicht mehr ansteckend ist, kann der sogenannte Ct-Wert zeigen. Dieser Laborwert gibt an, wie viele Zyklen ein PCR-Test durchlaufen musste, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Je höher der Wert, desto weniger Virusmenge ist vorhanden. Bei Proben mit viel Virusmaterial schlägt der Test oft schon nach 15 Ct-Runden an]. Ab etwa 30 Runden findet sich in der Regel aber kein Virus mehr, das vermehrungsfähig wäre. Der Ct-Wert ist deshalb nach Angaben des RKI ein Wert, der "für die Verkürzung der Isolierungsdauer" herangezogen werden könnte."
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-test-ct-wert-umfrage-gesundheitsaemter-1.5057646

Der PCR Test ist wahrscheinlicher positiv, je mehr Zyklen getestet werden. Vergleichbar mit einem Urintest, der nach sagen wir einer Minute das richtige Ergebnis anzeigt. Liest man nach 4 oder 5 Minuten oder länger ab ist jeder Test positiv.
In USA sind 37-40 Zyklen üblich, in Köln sogar 45! Bei so hohen Zyklen erhält man zu 97% falsch positive Werte. (https://www.corona-collateral.eu/urteil-pcr-test-portugal/)

Mit anderen Worten: Die Zahlen, die Grundlage Deiner Auswertung sind, sind nicht vergleichbar. Wenn ich wissenschaftlich arbeite, muß ich an jedem Ort dieselben Maßstäbe anlegen. Das wird hier nicht nur nicht getan, sondern die Abweichungen werden meist nicht einmal dokumentiert.
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