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09.03.2018
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Eurostoxx: In schweren Fahrwasser!

Seit meiner letzten Langzeitbetrachtung (Chart oben), vor gut einem Jahr, hat der Eurostoxx 50 im Grunde nichts Bewegendes hervorgebracht. Die erwartete bis Mitte´18 laufende Korrektur hat im Verlauf der letzten Wochen ihren Lauf genommen und wird den Index auch noch über geraume Zeit in Atem halten.

Ausblick:

Der Eurostoxx bildet seit dem Jahr 2000 eine Korrektur als Welle (IV) aus. Diese sich dreiteilig ausformende Welle (A-B-C) befindet sich ihrerseits in der sich als komplexe Korrektur (ABC-X-ABCDE) ausformenden Welle (B). Diese Konstellation ist für eine „B“ eher typisch als selten und auch der Abschluß durch ein Triangle ist sehr typisch, wenngleich noch nicht manifestiert. Momentan befindet sich die dreiteilige (a-b-c) Welle (X) in Arbeit. Im Verlauf dieser Welle wird der Index noch einmal deutlichem Verkaufsdruck ausgesetzt, in dessen Folge sich ein Wiedersehen mit der unteren Trendkanallinie nicht vermeiden lassen wird.
Dramatischeres ist von dieser Bewegung indes nicht zu erwarten, denn erst der Bruch der Unterstützung bei 2.715 Punkten (0.50 Retracement) würde das dargestellte Szenario ins Wanken bringen. Wie immer werde ich auf der folgenden Seite etwas näher auf die kürzeren Avancen eingehen. Nach Abschluß dieser kleinen Korrektur (X) wird die sich anschließende (A) den Index wieder relativ kräftig steigen lassen. Als idealtypisches Ziel für diese Bewegung dient das 1.00 Retracement bei simuliert 5.168 Punkten. Auf diesem Niveau findet letztendlich auch die größere (B) ihren Abschluß.

Wie das unterhalb liegende Zeitlineal es aufzeigt, ist vom Abschluß von (A) nicht vor Ende 2021-2022 auszugehen.
Offen bleibt zunächst noch die Ausbildung eines Triangles als Wellenabschluß für (B). Dennoch sollte sich dieser Bereich als äußerst resident erweisen und ein weiteres Ansteigen für lange Zeit zu verhindern wissen. Die sich anschließende (C; nicht dargestellt) beendet dann den Höhenflug für die nächsten Jahre und sollte in etwa das Ausmaß von (A) annehmen.

Die kurzfristigen Aussichten nehmen sich dagegen schon deutlich bescheidener aus. Die sich nach Abschluß von (b) anschließende Korrektur befindet sich in der ersten Phase (i) und wird, ungeachtet der jüngsten leichten Erholungspause, auch künftig für nachgebende Notierungen einstehen. Bezeichnenderweise wurde die sich als komplexe Korrektur (ABC-X-ABCDE) ausformende (b) mittels Triangle (A-B-C-D-E) abgeschlossen. Besonders negativ wirkt dabei, daß es dem Index nicht gelungen ist, sich nachhaltig über dem 1.62 Retracement (3.683 Punkte) zu etablieren.
Die seit einigen Tagen laufende aufwärtsgerichtete Korrektur (ii) kann den Index noch bis zur 0.76-Linie bei 3.593 Punkten tragen. In den meisten Fällen findet eine „2“ deutlich früher ihren Abschluß; wie im Chart bereits dargestellt. Das eigentliche Ziel der übergeordneten Korrektur (c) liegt im Bereich der Unterstützung bei 2.952 Zählern (0.62 Retracement) oder auch der unteren Trendlinie. Dabei wird sich die sehr hohe Dynamik der ersten Phase (i) nicht weiter aufrechterhalten können.
Auch wenn ich keine lethargische Performance erwarte, sollte sich die Korrektur wesentlich humaner darstellen, als der bisherige Verlauf. Eine Wendung hin zu einem positiven Szenario kann ich dem Chartbild momentan nicht ablesen. Selbst ein eventueller Sprung über das 1.62 Retracement bei 3.683 Zählern würde diesem Anspruch allein nicht gerecht werden. Andererseits sehe ich auch keine Anzeichen auf einen sich deutlich eintrübenden Ausblick.

Fazit:

Langfristig betrachtet befindet sich der Eurostoxx in einer seit 18 Jahren währenden Korrektur. Der Abschluß dieser Konstellation ist frühestens für das Ende der kommenden Dekade zu erwarten. Doch bietet die interne Struktur dieser Korrektur durchaus verwertbares Potential, wie ich es auf Seite 1 aufgezeigt habe. Auch wenn ein erneutes Kaufsignal noch nicht spruchreif ist, ist andererseits auch kein Grund zur Panik gegeben. Sehr langfristige Positionen sollten auf dem 0.50; spätestens auf dem 0.76 Retracement (2.725 / 2.274 Punkte) abgesichert werden. Kürzere sollten bereits bei 2.952 Punkten (0.62 Retracement) aus dem Rennen gehen.

Henrik Becker

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