Artikel Stefan Salomon DAX: starkes Ziel für 2021!

DAX: starkes Ziel für 2021!

Stefan Salomon 321 Views 03. Mrz

Die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt sind positiv. Die Hoffnung der Investoren auf eine V-förmige Erholung der Konjunktur ist weiterhin vorhanden. Die Impfstoffkampagne in Europa und Deutschland scheint sich zu beschleunigen. Die Anleger gehen somit von weiterhin steigenden Kursen aus. Rücksetzer treffen bislang auf Kaufneigung. Der Deutsche Aktienindex tritt zwar ein wenig auf der Stelle. Doch die Chance nach oben auszubrechen ist aus charttechnischer Sicht vorhanden.

Standard-Indikatoren neutral

Neben der Sentiment-Analyse und einer hieraus abzuleitenden bullishen Grundstimmung im Markt zeigen auch die klassischen Standard-Indikatoren bislang keine negativen Hinweise auf eine bevorstehende Trendwende an. Der RSI als Indikator mit oszillierenden Eigenschaften nimmt für den Deutschen Aktienindex einen Wert von knapp 57 an. Ein eher als neutral zu wertender Wert, der noch deutlichen Platz nach oben zulässt. Ein neutraler Wert ist natürlich kein aussagekräftiger Zustand oder gar ein Kauf- oder Verkaufssignal. In Verbindung mit der Gesamtsituation kann der neutrale Wert jedoch einen Hinweis in der Interpretation eines Gesamtzustands eines Marktes darstellen.

Ebenso nehmen andere oszillierende Standardindikatoren neutrale Werte ein. Zumindest in den klassischen Einstellungen dieser Indikatoren. Im mittelfristigen Bild auf Tagesschlusskursbasis präsentiert sich auch der MACD-Indikator (Moving-Average-Convergence-Divergence-Indikator) im neutralen Bereich um die Null-Linie. Dieser Indikator hat sowohl oszillierende als auch trendfolgende Eigenschaften. Schlussendlich als weiteren Baustein in der Interpretation des Gesamtzustands eines Marktes kann der prozentuale Abstand zwischen einem gleitenden Durchschnitt und dem Wert an sich ermittelt werden. Der prozentuale Abstand zwischen der 200-Tage-Linie (einfacher gleitender Durchschnitt der vergangenen 200 Tagessschlusskurse) und dem DAX-Tagesschlusskurs notiert aktuell bei 8,4 Prozent. Ein komplett als neutral zu wertender Bereich. Erst bei Werten über plus 25 Prozent tritt in der Regel eine Euphorie oder "überkaufte" Marktsituation auf - oder bei Werten unter minus 20 Prozent eine "überverkaufte" Marktsituation oder gar eine Phase der Depression.
Ziel 17.000 Punkte für den DAX

Die Indikatoren sind somit neutral und nicht unbedingt für sich genommen zielführend in der Einschätzung des Marktes und erlauben keine Prognose. In Kombination mit der Sentimentanalyse sowie den vorhandenen intakten Aufwärtstrends im sehr kurz- bis mittelfristigen Bereich lässt der Zustand der Indikatoren jedoch deutliches Aufwärtspotenzial im Deutschen Aktienindex zu. Aus Sicht der Trendanalyse kann aufgrund eines seit 2016 bestehenden Aufwärtstrendkanals und dessen oberer Begrenzungslinie ein Kursziel von bis zu 17.000 Punkten bis Ende 2021 abgeleitet werden. Die obere Begrenzung des Trendkanals stellt hierbei ein nicht nominales Kursziel dar.

Dieses positive Szenario würde mit jedem neuen Allzeithoch im Deutschen Aktienindex wahrscheinlicher werden. Als Alternativ-Szenario kann aus charttechnischer Sicht eine freundlich anhaltende Seitwärtsbewegung angenommen werden. Denn die jüngsten Monats- und Wochenkerzen lassen diese Möglichkeit entsprechend der Methodik der japanischen Candlestick-Methodik noch zu. Auch eine abwartende Haltung der Marktteilnehmer ist aus Umfragen der Sentiment-Analyse aufgrund der jüngsten Zinsentwicklung in Verbindung mit der Skepsis gegenüber der erreichten Bewertungen vor allem im US-Aktienmarkt möglich. Allerdings darf als Fazit beider Szenarien gelten, dass schwächere Tage und deutlichere Rücksetzer an den Aktienmärkten noch als Einstiegsgelegenheit von den Anlegern betrachtet werden dürften.

Erst ein Wochenschlusskurs unter dem Tief von Mitte Dezember bei 13.009 Punkten - letztlich unter 13.000 Punkten - wäre negativ und dürfte die bullishe Grundstimmung deutlich in Frage stellen. In diesem negativen Szenario wäre auch ein Rutsch bis 12.000 Punkte einzuplanen.

Zinsen als Damoklesschwert?

Als ein Faktor für einen schwächelnden Aktienmarkt wird die aktuelle Entwicklung ansteigender Zinsen betrachtet. Unter charttechischen Aspekten ist jedoch der jüngste Einbruch zum Beispiel im REX Gesamt Kursindex nur eine Korrektur innerhalb eines seit 2015 gültigen Aufwärtstrendkanals. Zudem darf von einer Auffangzone für die Kurse der Anleihen im Bereich der Tiefs im REX Gesamt Kursindex von Anfang 2020 bis Juni 2020 ausgegangen werden. Von hier aus wäre eine erneute Erholung innerhalb einer Seitwärtsbewegung, die seit Ende 2019 besteht, anzunehmen. Ein Fall des REX Gesamt Kursindex unter die Tiefs von Anfang 2020 hingegen vor allem per Wochenschlusskurs könnte den Kursstand des Index deutlich nach unten drücken mit Test der langfristigen Aufwärtstrendlinie. Diese notiert aktuell bei circa 141 Zählern.

Stefan Salomon
freiberuflicher Chartanalyst www.candlestick.de

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