Artikel DAX am Widerstand, Euro historisch!

DAX am Widerstand, Euro historisch!

Stefan Salomon 608 Views 09. Dez

Kommt die Jahresendrally im Deutschen Aktienindex oder war es das schon? Der Kurs des DAX tritt zumindest seit Anfang November auf der Stelle. Die Marktteilnehmer können sich nicht recht entscheiden, in welche Richtung es gehen sollte. Ganz anders hingegen die Stimmung im Euro. Im Währungspaar EUR/USD konnte eine Konsolidierung der vergangenen Wochen nach oben verlassen werden. Nun wird ein sehr langfristiger Abwärtstrend getestet! Hier könnte sich in den kommenden Wochen ein "historisches" Kaufsignal durchsetzen! Doch der Reihe nach. Zu Anfang ein charttechnischer Blick auf den Deutschen Leitindex, den DAX!

Pattsituation zwischen Bullen und Bären!
Im DAX war das Börsenjahr 2020 bislang geprägt von sehr volatilen Phasen. So dem Crash im März und der nachfolgenden dynamischen Erholung im April und Mai! Daraufhin kehrte jedoch eine gewisse Entspannung und Ruhe ein. Das Aktienbarometer lief fortan mit Sprüngen über den Sommer seitwärts. Von Juni bis Mitte Oktober pendelte der DAX lediglich hin und her. Die Anleger beobachten das Corona-Geschehen und warteten auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl. So bildete sich im Kursverlauf des Index ein ansteigendes Dreieck. Mit der Angst vor einem neuerlichen Lock-down fiel der DAX aus diesem Dreieck Mitte Oktober nach unten heraus und generierte so ein Verkaufssignal. Das Kursziel aus dem verlassenen Dreieck wurde an dieser Stelle im Oktober mit 11.300 Punkten angegeben. Mit einem Tief bei 11.450 Punkten am 30. Oktober wurde das Ziel jedoch nicht mehr erreicht. Vielmehr setzte wiederum nach einem Trendwendemuster der Candlesticks, einem Tower bottom eine sehr deutliche Erholung ein! Diese Erholung trifft nun wiederum im Bereich der Sommerhochpunkte auf Verkaufsneigung, auf Widerstand! Nachdem nun die Hoffnungen auf einen Impfstoff sowie die US-Wahl eingepreist sind, warten die Anleger scheinbar auf neue Impulse und auch den Ausgang der Brexit-Verhandlungen! Zudem könnten vorsichtigere Anleger und Vermögensverwalter ihre Positionen vor Jahres-Ultimo absichern! Erholungen dürften ohne wirklich neue positive Impulse es schwer haben, über die bisherigen Jahreshochs anzusteigen. Auf der anderen Seite zeigt der kurze Ausflug nach unten im Oktober sowie die zügige Erholung im November an, dass genügend Käufer bereit stehen, den Markt aufzufangen! So sollten auch Rücksetzer bis in den Bereich der Tiefs vom Juli und September und somit in der Zone zwischen 12.350 bis 12.250 Punkten auf kräftige Unterstützung treffen!

Candlesticks als Vorbote einer Trendumkehr?

Zu etwas Vorsicht am aktuellen Niveau raten hingegen die Wochenkerzen! Aus Sicht der japanischen Charttechnik, den Candlesticks, könnte die gegenwärtige Pattsituation zwischen Bullen und Bären auch der Vorläufer für eine Trendumkehr darstellen. Denn die jüngsten drei vollendeten Wochenkerzen sind recht kleine Kerzen mit kurzen Schatten. Eine entsprechende Konstellation von Kerzen spricht erst einmal jedoch nur für eine abwartende Haltung im Markt. In Verbindung mit der erreichten Widerstandszone hingegen besteht natürlich das Risiko eines Abpralls. Zudem treten oftmals vor Stimmungsumschwüngen entsprechende kleine Kerzen auf. Denn eine Pattsituation zwischen den Optimisten und Pessimisten geht einer Trendwende sehr häufig voraus! Somit wäre aus der kurzfristigen Sicht schon ein Fall unter die runde 13.000 ein negatives Signal. Vor allem ein Wochenschlusskurs unter dieser runden Marke wäre ein Anzeichen für weitere Gewinnmitnahmen in Richtung 12.500 bis hin zur Unterstützungszone zwischen 12.350 bis 12.250 Punkten.

Noch keine klare Gipfelbildung!
Doch noch liegt eben nur eine Phase der Unsicherheit, der abwartenden Haltung im Markt vor. Würden sich neue positive Impulse ergeben, sei es hinsichtlich Brexit oder auch einer konjunkturellen Erholung, so würden neue Jahreshochs einen Ausbruch aus der sehr volatilen Seitwärtsbewegung in 2020 darstellen. Berechnet man hier die "Kernrange" der meisten Wochenschlusskurse oder Wochenkerzen innerhalb des Zeitraums seit der Mai-Erholung, so kann eine Range von rund 11.900 bis 13.300 Punkten definiert werden. Eine Spanne von immerhin 1.400 Punkten. Würde der Deutsche Leitindex daher nach oben ausbrechen und auch die 13.500er-Marke knacken, würde sich aus der Trend- und Formationsanalyse ein "Best-Case-Szenario" von circa 14.800 Punkten ergeben! Dieses positive Szenario wäre aus Sicht der sehr langfristigen Perspektive und der ausgesprochen langfristigen Aufwärtstrends im DAX derzeit noch zu favorisieren!

EUR/USD am Abwärtstrend!
Ausgesprochen interessant aus charttechnischer Sicht ist auch ein Blick auf den langfristigen Verlauf des Währungspaares EUR/USD. So kann ausgehend von den Tops in 2010 und 2014 eine sehr langfristige Abwärtstrendlinie konstruiert werden. Diesen Abwärtstrend testet der EUR/USD derzeit. In Verbindung mit den Monatskerzen der Candlesticks und langen Lunten (starke Käufe) im ersten Halbjahr 2020 sowie nachfolgend stark steigenden Kursen besteht nun nach Abschluss einer Konsolidierung von August bis Oktober die Chance auf eine sehr deutliche Aufwertung des Euro. Selbst Kursziele in Richtung 1,40 EUR/USD wären im positiven Szenario möglich!

Viel Erfolg Ihr Stefan Salomon, Chartanalyst

Das grosse Lehrbuch der Chartanalyse So funktioniert Chartanalyse wirklich! Mit Bleistift und Lineal zum Erfolg mit 50 Übungen!

Alle Infos unter www.candlestick.de
Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com

Erklärung nach § 85 WpHG

Der Verfasser erklärt, dass er selbst bzw. sein Arbeitgeber oder ein mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundener Dritter im Besitz von Finanzinstrumenten ist, auf die sich die Analyse bezieht, bzw. in den letzten 12 Monaten an der Emission des analysierten Finanzinstruments beteiligt war. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes.

Hinsichtlich der Weiterleitung der Analysten-Meinungen unterliegt die Tradesignal GmbH der Aufsicht der BaFin. Alle Analysen sowie die mit den verfügbaren Darstellungs- und Analysewerkzeugen erstellten und angezeigten Ergebnisse dienen ausschließlich zur Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigungen, Bearbeitungen sowie sonstige unberechtigte Nutzungen werden zivil- und strafrechtlich verfolgt.

DAX Perf. Index
15.403,27 15:13 -13,37 -0,09%