ZigZag (ZIG)

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Grundlagen: Der Zig – Zag – Indikator ist ein geheimnisvolles Ding. Auf den ersten und zweiten und auch dritten Blick scheint er der heilige Gral der technischen Analyse zu sein.
Schauen Sie auf Abb.1. Ist er nicht wunderbar? Er erkennt ja jeden Wendepunkt in den Kursbewegungen auf den Punkt genau. Und das wählbare Parameter scheint mir den Zeithorizont der erkannten Trendbewegungen zu bestimmen. Ich kann mir also aussuchen, ob ich kurze Trades, mittelfristige Positionen oder gar langfristige Geldanlage betreiben möchte.

Aber Moment, bevor wir uns jetzt ein neues Auto, neue Möbel und eine neue Familie bestellen, sollten wir eine kritische Frage stellen:

Warum fährt dann nicht jeder Trader den neuesten Sportwagen aus Italien?? Und warum arbeiten die meisten Händler jahrelang an erfolgreichen Handelssystemen, wenn es doch den Zig – Zag gibt??

Weil der Zig – Zag nicht das ist, was wir unter einem technischen Indikator verstehen. Er ist einer, der sich für seine Entscheidungen Zeit lässt. In Wirklichkeit weiß der Zig – Zag erst an einem markanten Wendepunkt, ob der vorherige schon markierte Wendepunkt überhaupt gültig ist. Es kann sogar sein, das der Zig – Zag sich komplett neu entscheidet und sein Bild total verändert. Der Zig – Zag täuscht also etwas vor. Er reagiert immer rückwirkend.

Und das funktioniert so…..

Berechnung und Parameter: Beginnend am ersten Kursstab zeichnet der ZZ eine Linie immer zum aktuellen Schlusskurs. Der erste Kursstab gilt zunächst auch als erster Wendepunkt. Die Linie wird solange immer vom Wendepunkt zum aktuellen Schlusskurs verlängert, bis dieser den Wendepunkt um den als Parameter angegebenen Prozentsatz über- oder unterschritten hat und danach irgendwann die Richtung wechselt. In diesem Falle ist ein neuer potentieller Wendepunkt entstanden. Solange der Kurs weiter in die geänderte Richtung läuft, wird vom neuen Wendepunkt zum aktuellen Schlusskurs eine neue Linie gezeichnet. Die vorherige Linie gilt zunächst als fixiert. Der nächste potentielle Wendepunkt entsteht, wenn mindestens der als Filter bezeichnete Prozentsatz an Kursveränderung erreicht wurde und der Kurs danach wieder die Richtung wechselt. Jetzt ist ein nächster potentieller Wendepunkt entstanden. Und erst jetzt gilt der zurückliegende Wendepunkt als wirklich fixiert. Reichlich spät, um uns ein Handelssignal zu liefern!

Ein Wendepunkt gilt also erst als fixiert, wenn ein darauf folgender Wendepunkt entstanden ist. Ein Wendepunkt entfällt, wenn der Kurs die Richtung wechselt, bevor er die Filterdistanz zurückgelegt hat und wieder die vorherige Trendrichtung aufnimmt. Dann fällt der gerade erst entstandene Wendepunkt einfach weg und die Zig – Zag – Linie wird wieder vom vorherigen Wendepunkt bis zum aktuellen Schlusskurs verlängert.

Haben Sie das verstanden?? Vielleicht sollte ich plastischer erläutern:

Wir nehmen also den ersten Kursstab und setzen dort eine Linie an. Diese wird mit jedem neuen Stab verlängert und zwar so, dass sie direkt zwischen dem ersten Wendepunkt und dem aktuellen Schlusskurs gespannt ist. Solange der Kurs nicht die Richtung wechselt, ändert sich an dieser Prozedur nichts.

Die Zig – Zag – Linie wird immer zwischen letztem Wendepunkt und aktuellem Schlusskurs gespannt. Sie wandert solange mit dem Schlusskurs mit, bis dieser die Filterdistanz absolviert hat und dann die Richtung wechselt.

Tritt nun eine Richtungsänderung ein, entscheidet das Ausmaß der absolvierten Bewegung, ob ein Wendepunkt gesetzt wird oder die alte Linie einfach weiter dem Kurs in die neue Richtung folgt. Ein Wendepunkt wird gesetzt, wenn die Filterdistanz mindestens absolviert wurde. Nehmen wir an, der Kurs hat sich bis jetzt 6 Prozent über den Kurs vom ersten Kursstab bewegt und wechselt dann die Richtung. Wir haben als Filterwert 5 Prozent eingestellt. Das Filterkriterium ist somit erfüllt und wir erhalten einen Wendepunkt, der 6 Prozent über dem ersten Kursstab steht. Wir haben einen Kursgipfel markiert.

Ein Wendepunkt entsteht erst, wenn die Filterdistanz absolviert wurde und danach eine Richtungsänderung einsetzt.

Jetzt muss sich der Kurs mindestens um die Filterdistanz nach unten bewegen um den Wendepunkt auch zu fixieren. Ist die Filterdistanz nach unten absolviert und wechselt der Kurs irgendwann danach die Richtung nach oben, entsteht ein nächster Wendepunkt. Diesmal haben wir ein Kurstal markiert. Damit dieser untere Wendepunkt fixiert wird, muss nun der Kurs mindestens die Filterdistanz nach oben absolvieren. Ist dies geschehen, gilt unser Wendepunk am Kurstal als fixiert.

Ein Wendepunkt gilt als fixiert, wenn ein nachfolgender Wendepunkt entstanden ist und die nachfolgende Kursbewegung mindestens den Filterwert in die entgegengesetzte Richtung absolviert hat.

Ein Wendepunkt entfällt wieder, wenn der Kurs vor Erreichen der Filterdistanz die Richtung wechselt und die vorherige Richtung einschlägt. Sobald das Niveau des Wendepunktes erreicht ist, fällt dieser weg und die Zig – Zag – Linie wird am davor liegenden Wendepunkt angesetzt.

Darstellungsvarianten: Der Zig – Zag gehört nicht zur Standardausstattung von Tradesignal Enterprise. Sie können den Indikator mit ArbBer.1 downloaden. User „neu1234“ aus dem Forum von www.de.tradesignal.com hat den Code erstellt. Danke dafür.

Interpretation: Der Zig – Zag liefert also keine für Handelsentscheidungen verwertbaren Informationen. Was sollen wir dann damit anfangen??
Wir können den ZZ nutzen, um die Beschaffenheit eines Marktes, dessen Zyklen und Preisschwünge zu analysieren. Der ZZ ist im Prinzip ein Rauschfilter, der nur Kursbewegungen markiert, die größer als der eingestellte Filter sind. Er markiert die aktuelle Trendrichtung mit großer Deutlichkeit und lässt dabei Kursschwankungen unter der Filtergröße außer acht.

Die Muster des Zig – Zag sind unverfälscht durch irgendwelche mathematischen Algorithmen.

Programmierer von Handelssystemen können sich so einen Überblick über die zu erwartenden Kursbewegungen und deren Intensität verschaffen

In Abb.2 habe ich den Filter, der in der Regel zwischen drei und fünf Prozent verwendet wird, auf 10 Prozent eingestellt. In dieser Einstellung offenbart uns der ZZ die mittelfristigen Trendbewegungen und deren Wendepunkte. Es ist möglich die Länge der einzelnen Bewegungszyklen zu erfassen und diese in andere Analyseverfahren einzubinden.
Die Richtung der aktuellen ZZ – Linie kann uns nur eine Tendenz nennen. Sie besitzt keinerlei prognostische Fähigkeiten, da die Linie jederzeit die Richtung wechseln kann. Zudem kann der Zig – Zag erst einen Wendepunkt erkennen, wenn auch wirklich eine Richtungsänderung eingesetzt hat. In der Regel, je nach Programmierung, sind dies zwei bis drei Kursstäbe. Und solange er die Filterdistanz nicht zurückgelegt hat, befindet sich der ZZ sozusagen im Niemandsland. Als etablierter Trend nach ZZ Lesart gilt erst eine Bewegung, die größer als das Filterparameter ist.
Für Anhänger der EW – Theorie kann der Zig – Zag hilfreich sein, Wavecounts anzulegen.

Quellen:
http://www.onlinetradingconcepts.com/TechnicalAnalysis/ZigZag.html

Equilla Skript "Hier finden Sie den Equilla-Code des ZigZag"

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