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Alles über Handelssysteme

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Was sind Handelssysteme

Handelssysteme für den Wertpapierhandel sind seit Jahren ein großes Thema in den Fachmedien. Ein Handelssystem ist dabei nichts Anderes, als ein formuliertes Regelwerk für den Wertpapierhandel. In der Regel entsteht ein Handelssystem durch programmierte Routinen für die Ordererzeugung, die Positionsgrößenbestimmung, die Risikokontrolle und das Positionsmanagement. Einfache Regeln lassen sich mit Handelssystem-Assistenten über Menü- und Formulareingaben definieren, weit aus komplexere nur durch die Nutzung von Formelsprachen.

Die so formulierten Regelwerke können manuell, nach Erhalt eines Signalalarms oder voll automatisch über Orderrouting-Schnittstellen umgesetzt werden. Die höchste Evolutionsstufe ist dabei die vollautomatische Umsetzung aller Signale, ohne Eingriff des Anwenders, durch einen angeschlossenen Broker. Anwendbar sind Handelssysteme für jeden, der seine Handelsregeln empirisch überprüfen und unabhängig von Stimmungslage und Bauchgefühl umsetzen möchte. Die Vorteile, fest formulierter Regelwerke kann man in drei Kategorien einteilen. Erstens befreit eine Regel, die klar definiert und gut durchdacht ist, von stimmungsabhängiger taktischer Handlungsweise, die in gleichen Ausgangssituationen, je nach Stimmungslage, zu unterschiedlichen Handlungen verleitet. Zweitens können Regeln auf historischen Kursen und im Simulationsbetrieb auf ihre Anwendbarkeit und Profitabilität hin überprüft werden. Schließlich ermöglicht der vollautomatische Handel die Anwendung mehrerer Systeme auf verschiedenen Märkten, die Verteilung von Risiken und die Stabilisierung von Erträgen.

Handelssysteme mit tradesignal

tradesignal bietet ein breites Spektrum an Entwicklungs- und Anwendungsmöglichkeiten. Dem Entwickler werden professionelle Werkzeuge und Analysemittel geboten, um seine Systeme zu entwerfen, zu testen und in vielfältiger Form anwenden zu können.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Features wie der Optimizer oder der Handelssystem Assistent in allen Versionen von tradesignal verfügbar sind.

Neben der Anwendung in einem einzelnen Chart, können die Systeme auch in allen anderen Dokumenten, wie Portfolio und Scanner, verwendet werden. Das Portfolio nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Es ermöglicht die Verknüpfung von Programmroutinen, über alle in der Liste enthaltenen Wertpapiere hinweg. So können gemeinsame Risikokriterien, der Handel aus einem Konto heraus und verschiedene Rankingverfahren realisiert werden.

Für die Konfiguration eines Handelssystems stehen in tradesignal die Money Management Einstellungen zur Verfügung. Hier können Stückzahlen, Stoppwerte, Zielwerte und Handelskosten eingetragen und in den statistischen Auswertungen und im Management der Signale und Positionen beobachtet werden. Darüber hinaus können alle diese Einstellungen per Formelsprache überschrieben und an Hand eigener Ideen neu formuliert werden. So ist es möglich, verschiedene Methoden der Positionsgrößenbestimmung, der Stopperzeugung und andere Aspekte eines Handelssystems komplett selbst zu definieren.

Eines der wertvollsten Features, ist die modulare Konzeption von einzelnen Komponenten eines Handelssystems. Sie können verschiedene Aufgaben eines Systems auf einzelne Programme verteilen. Sie erhalten so transparente und vielseitig anwendbare Komponenten, die beliebig kombiniert und ausgetauscht werden können. Auch die mitgelieferten Beispielsysteme folgen diesem Konzept und sind in Einstiegs- und Ausstiegsmodul getrennt verfügbar.

Jedes Handelssystem kann in tradesignal auf historische Kursdaten getestet und auf Profitabilität und viele andere Kriterien untersucht werden. Dabei ist ein Backtest nicht nur im einzelnen Chart, sondern auch in den anderen Dokumenten möglich. Sowohl für den Chart, als auch das Portfolio, kann der Performance-Report aufgerufen werden. Im Portfolio erhalten Sie eine kumulierte Auswertung der Handelsergebnisse aller beteiligten Wertpapiere. Im Scanner können Sie den Backtest auf einer großen Liste von Aktien effizient und schnell durchführen. Sie erhalten hier für jedes gescannte Wertpapier die Einzelergebnisse des verwendeten Handelssystems.

Übrigens erfolgt der Backtest und die Auswertung der Systemsignale, vollautomatisch mit der Anwendung des Handelssystems. Lediglich im Scanner muss einmal mit der Maus geklickt werden, um den Scanner zu starten. Alle berechneten Kennzahlen werden über den Performance-Report übersichtlich dargestellt. Zusätzlich können die Einzelergebnisse in tabellarischer Form und einige Kennzahlen als Diagramm ausgegeben werden.

Der Optimierer ist für die Entwicklung und Analyse von Handelssystemen ein äußerst hilfreiches Werkzeug. Außerdem stellt dieser vier unterschiedliche Arten der Optimierung zur Verfügung. Sie erhalten damit einen Überblick über die Ergebnisse hunderter oder tausender Varianten, können nach Stabilitätskriterien weiter entwickeln und bekommen eine große Zahl an statistischen Daten zur Verfügung gestellt, die tabellarisch oder grafisch analysiert werden können.

Entwicklung eines Handelssystems mit tradesignal

Ein Beispiel soll die einzelnen Entwicklungsschritte veranschaulichen und Ihnen helfen, die Werkzeuge von tradesignal optimal zu nutzen. Jedes System beginnt mit einer Idee. Diese entsteht aus Überlegungen zum Marktgeschehen oder etwa Beobachtungen von Mustern, die sich regelmäßig ausbilden. Das Beispielsystem soll ein einfaches Kursmuster als Ausbruchsignal erkennen und - gefiltert durch einen übergeordneten Trendfilter - Signale erzeugen.

Idee
Das Muster ist ein einfacher Außenstab, der aus einer kleinen und einer umschließenden großen Kerze besteht. Als Trendfilter soll ein gleitender Durchschnitt dienen. Liegen die Kurse darüber, suchen wir nach aufwärts gerichteten Ausbrüchen, liegt der Markt unter seinem Durchschnitt, sucht das Programm nach abwärts gerichteten Ausbrüchen. Ein einfacher Stop Loss und ein Profitziel sollen als Exit für die aufgenommenen Positionen dienen. Die Orders werden mit einem Limit versehen, dass ein Stück unterhalb bzw. oberhalb der eigentlichen Ausbruchsebene liegt.

Programmierung
Der Quellcode ist kurz und einfach. Er beinhaltet die Definition der Kerzenkörper und des Trendfilters. Außerdem wird aus zwei Vergleichen von Höchst- und Tiefstkursen das Außenstabmuster erfragt. In Kombination mit dem Trendfilter, ergeben sich die einfachen Handelssignale. Stop Loss und Profitziel werden in den Eigenschaften unter “Money Management” eingestellt.

Meta:
    Subchart( False );

Inputs:

    Periode_Trend( 20 , 1 ),//Periode für die Trendbestimmung mittels MA
    Faktor_Entry( 0.25 );
//Multiplikator für die Volatilität, zur Bestimmung der Limite

Vars:

    smallCandle, bigCandle, candleBody, avgBOdy, osPattern, atrValue,
    filterTrend, longSig, shortSig;


//Definition von Candlestick Basics
candleBody = Abs( Open - Close );
avgBody = Average( candleBody, 10 );
smallCandle = ( candleBody < 0.5 * avgBody );
bigCandle = ( candleBody > 1.3 * avgBody );

//Definition des Outside Musters
osPattern = ( High > High[1] ) And ( Low < Low[1] ) And smallCandle[1] And bigCandle;

//Berechnung Volatilität und Trendfilter
atrValue = Average( TrueRange(), 5 ) * Faktor_Entry;
filterTrend = XAverage( Close, Periode_Trend );

//Definition der Einstiegsbedingungen
longSig = ( Close > filterTrend ) And osPattern;
shortSig = ( Close < filterTrend ) And osPattern;

//Handel der Signale
If longSig Then
    Buy("OS") Next Bar at High - atrValue Limit
Else If shortSig Then
    Short("OS") Next BAr at Low + atrValue Limit;

DrawLIne( filterTrend, "TF", StyleSolid, 1, Black );

Auswertung von Charts und Performance-Report

Die Anwendung im Endlos Chart des Dax Future zeigt eine steigende Performance-Kurve, die einige Drawdown Phasen und einen abflachenden Verlauf ab Anfang 2008. Die Auswertung des Performance-Reports ergibt eine Trefferquote von ca. 30 Prozent und einen Average Trade von weniger als 100,- Euro. Das Ergebnis ist so absolut unzureichend. Ein alternativer Test auf dem Euro Dollar ergibt ein ähnliches Bild.

Optimierung, der Blick auf ein breites Parameterspektrum

Um zu testen, ob das Handelssystem evtl. mit anderen Parametern bessere Ergebnisse liefert, nutzen wir den Optimierer. Das Ziel soll aber nicht sein, das absolut beste Ergebnis der historischen Zeitreihe zu finden, sondern Parameterbereiche, in denen das System stabil gute Ergebnisse liefert. Dazu werden die eingangs angelegten Parameter mit Start- und Zielwerten versehen. Die Arbeit übernimmt der Brute Force Optimierer.

Eine oberflächliche Analyse der gewonnenen Daten ergibt einen Parameterbereich für den Einstiegsfaktor zwischen 0.5 und 0.7 sowie dem gleitenden Durchschnitt mit einer Periode zwischen 10 und 20, in denen eine große Zahl von positiven Ergebnissen liegen. Ein kurzer Überblick über die Ergebnistabelle zeigt, dass die meisten Ergebnisse der untersuchten Parameterbereiche positiv sind.

Die wichtigsten Features

  • Entwicklung von Handelssystemen mit dem Assistenten
  • Entwicklung von Handelssystemen mit der Formelsprache equilla
  • Anwendung von Systemen in Chart, Portfolio, Watchlist und Scanner
  • Automatischer Backtest von Systemen, bei Anwendung in Chart und Portfolio
  • Tabellarische Auflistung von Einzelergebnissen
  • Auflistung von Statistiken und Kennzahlen im Performance-Report
  • Einstellungen zum Money- und Risk Management, sowie dem Positionsmanagement direkt über die Eigenschaften
  • Programmierung eigener Regeln für Money- und Risk Management
  • Modulares Programmieren einzelner Regelsätze
  • Optimieren mit vier verschiedenen Methoden sowie tabellarische und grafische Auswertung der Ergebnisse

Film

Hier sehen Sie einen Demonstrations-Film zum Thema Handelssysteme (mit Ton)

Online Hilfe zum Thema Handelssysteme

Hier der direkte Link auf die Online Hilfe zum Thema Handelssysteme.

Beiträge zum Thema Handelssysteme

Lesen Sie hier Beiträge zum Thema Handelssysteme aus dem Lexikon:

Diskussionen zu Handelssystemen

Hier finden Sie auszugsweise Diskussionen aus dem Forum:

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