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Bubbles dank staatlicher Regulatoren und ihr Verschwinden
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#2324: 22.10.2017 21:52 2015
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Tomasz Koniz sieht eine bedenkliche Querfrontstrategie darin, dass sich (fast) überall die reichen Regionen von den armen distanzieren wollen:

„Mit der forcierten Rückbesinnung auf nationale oder ethnische Identitäten, die ohnehin einen krisenbedingten Wandel erfahren, wird letztendlich ein Festhalten am Gegebenen intendiert, an den sozialen Strukturen, die eben diese Identitäten ausformen.

Die eigene Identität - die ja ohnehin ein Produkt der sich wandelnden Sozialisation ist - wird als eine unveränderliche, rassisch oder kulturell bedingte Eigenschaft des Subjekts imaginiert. Sie erscheint als ein Anker, als ein Orientierungspunkt in einer von chaotischen Umbrüchen verheerten Welt. Die Identität erscheint in der Krise somit als etwas, das kein Umbruch, das kein sozialer Wandel dem Subjekt nehmen kann.

Und gerade dies ist die größte Lüge des europäischen Neonationalismus, wie ein Blick auf die Wandlungen allein der deutschen Identität offenbart. Obwohl die Neue Rechte zurück in die Vergangenheit will, leistet sie somit objektiv der drohenden krisenbedingten Barbarisierung Vorschub.“


Auch das ist zutreffend

"Zugegeben, der civic nationalism der Katalanen hat, wie jener der Schotten, seinen Charme. Er entbehrt der Fremdenfeindlichkeit, gibt sich integrativ, urban, linksliberal bis sozialdemokratisch, schreibt sich geschickt in die historische Genealogie des Widerstands des republikanischen Barcelona gegen Francos Spanien ein, fordert die denkbar fortschrittlichste Flüchtlingspolitik und ist gegen den Stierkampf. Eine linke Wellnessoase innerhalb eines retardierten Staats mit seiner neoliberalen, auf den Sezessionsversuch autoritär reagierenden Regierung, die zudem nach wie vor der Modergeruch des Klerikalfaschismus umweht."
Richard Schuberth in Jungle World
#2323: 17.10.2017 11:00 2015
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Der katalanische Regierungschef Puigdemont meinte in seiner „Unabhängigkeitserklärung“: „Katalonien ist eine europäische Angelegenheit“.

Die Regierungen in Europa und die europäischen Behörden verweigerten zwar den Katalanen die erhoffte Vermittlerrolle, trotzdem spielt Europa eine bedeutende Rolle in den aktuellen Separationsbewegungen. Die Katalanen, die Schotten, die Flamen und Norditaliener verstehen sich alle als „gute Europäer“. Ihr „linker Nationalismus“ gibt sich international und proeuropäisch, anders als die Brexit-Anhänger und rechte Nationalisten.

In den Vorstellungen des „linken Nationalismus“ spielt die EU eine doppelte Rolle:

„Wer in Europa kein Mitgliedsstaat ist, ist ein Nobody“, meinte der katalanischer Nationalist Huguet i Biosca. Steigt eine Region zum EU-Mitglied auf, vervielfältigt sich automatisch ihr politischer Einfluss.

Auf der anderen Seite reduzierte die EU die wirtschaftlichen und politischen Risiken einer Sezession: Die neue Regierung benötigt keine neue Währung. Kleine wie große Mitgliedsstaaten gehören alle zu einer großen gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsregion. In dieser Wirtschaftsregion ist die gewohnte kapitalistische Staatenkonkurrenz so weit gedämpft und reglementiert, dass ein kleiner Staat keine Militärintervention seiner großen Nachbarn zu fürchten hat.

Die bloße Existenz der EU hat die Risiken und Kosten einer neuen Staatsgründung gesenkt, und die politischen Überlebenschancen der Kleinstaaten gestärkt. (Umgekehrt erhöhten sich gleichzeitig die Risiken und Kosten eines Austritts aus der Eurozone oder der EU.)

Es gibt für neue Kleinsstaaten in der EU zu gesenkten Kosten und Risiken mehr zu gewinnen als vor der Existenz der EU.

Die treibende Kraft der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung ist das Streben nach mehr (Staats)Macht, nicht nach sozialer Emanzipation.
#2322: 29.09.2017 14:35 aridistan
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@2015 (#2321)
Klar bestimmt das wirtschaftliche Sein.
A la Brecht..erst Fressen dann Moral.
Ist eine Konstante.
Ja, hier ist nicht links gegen rechts sondern arm gegen reich.
Nur wird dies bestens versteckt, damit es nicht am falschen Ende brennt.

Dann sind wir uns über die Ursache einig.
Deswegen nur Statistiken ohne Erläuterung ist im Zweifel zu hinterfragen.
Ari
#2321: 29.09.2017 10:45 2015
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Der Beitrag wurde vom Verfasser bearbeitet. Originalbeitrag anzeigen.
In den Bundesländern, in denen die kapitalistische Wirtschaft schwächelt*, erzielte die AfD hohe Wahlergebnisse.

In Bundesländern, in denen die kapitalistische Wirtschaft besser dasteht (gemessen in BIP), sind die Wahlergebnisse der AfD deutlich niedriger.

Zwei Schlussfolgerungen:

1. Das wirtschaftliche Sein in den einzelnen Bundesländern bestimmt das politische Bewusstsein in jedem Bundesland.

2. "Die AfD bekämpfen" nutzt den Linken wenig bis gar nichts. Der "Kampf gegen die AfD" spielt sich innerhalb der politischen Konkurrenz der Bundestagsparteien ab. Was die AfD verliert, gewinnen die anderen bürgerlichen Parteien.


Wieso sollte sich "der Osten" diesen Schuh anziehen??

Das hat überhaupt nichts mit arbeitsscheuen Ländern und/oder gar Rassisten zu tun. Und erklärt noch weniger ein "schwächelndes" BIP. (Edit: eine schwächelndende kapitalistische Wirtschaft täte ich nie und nimmer mit der Bevölkerung in Verbindung bringen!!)

Aber umgekehrt scheint es eine zulässige Interpretation zu sein.
#2320: 29.09.2017 10:36 aridistan
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@2015 (#2319)
Und was sagt dir das?
Die schwachen, arbeitsscheuen Länder wählen Rassisten?
Warum ist denn das BIP so gering?
Mal darüber nachgedacht?
Google mal wo die großen Konzerne ihren Ursprung hatten, musst allerdings bisschen weiter zurück gehen als dieses Jahrhundert...
Und dann was danach passierte, und was wie und wo gesponsert bzw ausgesaugt wurde und warum das so, wie es damals passierte gerecht ist..... Ja,ja Gerechtigkeit... Sehr subjektiv!!
Und dann kannst deine Statistik wieder anschauen.
Das sind für mich allenfalls Anstöße zum Nachdenken über Konflikte und was danach kommt, wenn man vorher keinen Plan hat. So man einen haben muss.....
Muss man nicht immer, aber dann sollte man gleich verbrannte Erde machen. Ist besser um gewisse Saaten nicht aufgehen zu lassen. Die rächen sich gerne an den Siegern oder deren Begünstigten.

Ari
#2319: 29.09.2017 10:04 2015
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#2318: 31.07.2017 12:04 2015
Vom Verfasser oder vom Besitzer der Diskussion gelöscht.
#2317: 04.07.2017 09:50 2015
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Etliche Linke haben sich viel Mühe gegeben, vor dem G 20-Gipfel Kritiken zu verfassen, die irgendwie mit Kapitalismus zu tun haben. Gelungen ist das keinem.

Ich habe erst gar nicht versucht, auf den G 20-Gipfel mit einer fundierten Kritik zu reagieren – zu verschieden sind die Personen und Mächte, die sich dort treffen.

Es gibt aber eine Kritik, die unbedingt und auf alle Regierungschefs zutrifft: Wir mögen niemanden von Euch!

Die 20 Regierungschefs feiern in Hamburg sich selbst und ihre Macht.

Wir Linke machen da ein bisschen Party und zeigen, dass Eure Macht beschränkt ist.

Das ist bei dieser Gelegenheit Kritik genug,
#2316: 20.06.2017 21:39 2015
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Dass die Trump-Regierung aus dem Pariser Klima-Abkommen aussteigt, spielt allen anderen ....... Regierungen in die Karten.

Keine dieser Regierungen, auch nicht die deutsche Regierung, war in der Lage noch willens, die versprochenen Klimaziele zu erreichen.

Von vorneherein ist es lächerlich, sich Ziele zu setzen, die in 10 oder mehr Jahren erreicht werden sollen. Da ist keine der jetzigen Regierungen mehr im Amt. Das ist so, also wollte man für einen Marathon-Lauf trainieren, der erst in 10 Jahren stattfindet.

Die Klimaziele im Pariser Abkommen sind eine Schimäre, aber jetzt haben die Regierungen einen Buhmann, dem sie die Schuld am eigenen Versagen in die Schuhe schieben können.

Wäre es unseren Regierungen wirklich ernst mit ihren Klimazielen, dann würden sie JETZT ihre Bemühungen verdoppeln und verdreifachen. Davon ist nirgends die Rede. Überall wird stattdessen das "blame game" gespielt: "Trump is schuld!"
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