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14.11.2017 12:43, Dow Jones

Eurozone-BIP wächst im dritten Quartal um 0,6 Prozent

--Bestätigung der ersten BIP-Schätzung

--Wachstum ist breit über Eurozone gefächert

--Wachstum ist breit über Eurozone gefächert

--EZB trotz geringer Inflation unter Druck

(NEU: Ökonomen)

Von Andreas Plecko

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wirtschaft im Euroraum ist im dritten Quartal 2017 solide gewachsen. Wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent. Damit wurde die erste Schätzung vom 31. Oktober bestätigt, womit auch von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte im Vorfeld der Datenmeldung gerechnet hatten. Im ersten Quartal war das BIP um 0,6 Prozent und im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen.

Auf Jahressicht betrug das BIP-Wachstum im dritten Quartal 2,5 Prozent, ebenfalls eine Bestätigung der ersten Veröffentlichung. Im Vorfeld hatten Ökonomen eine Bestätigung der 2,5 Prozent erwartet.

Allerdings hatten Beobachter nach den überraschend starken BIP-Daten aus Deutschland und Italien angenommen, dass auch die BIP-Zahlen aus dem Euroraum die Erwartungen übertreffen würden. Das ist jedoch nicht eingetreten.

 
Wachstum hat gesamte Eurozone erfasst 
 

Der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger sprach dennoch von einem "Wachstumskracher" aus dem Euroraum. Dank des "Zinsdopings" der EZB habe der Aufschwung alle Mitgliedstaaten erfasst. Die Wachstumsrate liege im 13. Folgequartal über der Potenzialrate von reichlich 0,25 Prozent.

Nicht nur leuchteten die bisherigen Wachstumsstars (unter anderem Deutschland, Niederlande, Spanien) weiter. Anders als in den Vorjahren seien auch die Nachzügler in Fahrt geblieben, sagte Krüger. Dies gelte beispielsweise für Frankreich, das wegen seines hohen Anteils am BIP besonders ins Auge falle, sowie für Finnland und Portugal. Auch in Italien habe sich die Wirtschaftsaktivität verstärkt, und das griechische BIP scheine immerhin etwas zu wachsen.

ING-Bank-Ökonom Bert Colijn warf einen Blick auf die Triebkräfte für das Wachstum. "Eine robuste Erholung am Arbeitsmarkt, wachsende Exportmärkte, lockere Geldpolitik, bessere Kreditbedingungen und moderate Inflation sind nur einige der Faktoren, die die Eurozone derzeit antreiben. Das Jahr 2017 kann gut das stärkste Jahr seit 2007 werden." Vermutlich werde die Eurozone sowohl die USA als auch Großbritannien beim BIP-Wachstum in diesem Jahr überflügeln.

 
EZB gerät stärker unter Druck 
 

"Der Konjunkturaufschwung in der Eurozone ist so dynamisch und breit unterfüttert wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr", findet auch Nord/LB-Volkswirt Christian Lips. Die europäische Wirtschaft zeige sich robust gegenüber negativen externen Einflüssen wie Brexit, Donald Trump und geopolitischen Risiken.

"Trotz der derzeit noch geringen Inflation steht die EZB zunehmend unter Druck, den Weg hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik konsequent und zügiger als bisher zu verfolgen", sagte Lips. "Umfragedaten senden erste Signale, dass der Auslastungsgrad in den Unternehmen spürbar zugenommen hat. Im EZB-Rat wird sich daher der bereits bestehende Dissens zwischen sogenannten Tauben und Falken weiter vertiefen."

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/cbr

(END) Dow Jones Newswires

November 14, 2017 06:43 ET (11:43 GMT)