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11.10.2017 14:27, Dow Jones

Schäuble verabschiedet sich von der großen Finanzbühne

Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)--Abschied die Zweite. Nachdem ihm seine Kollegen aus Europa bereits Kränze geflochten haben, kann sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf noch größerem Parkett über weitere Elogen freuen. Der CDU-Politiker wird bis Samstag an der IWF-Herbsttagung sowie dem Treffen der G20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure in Washington teilnehmen. Es dürften nach allem Ermessen seine letzten Treffen dieser Art als Finanzminister sein. Nach seiner Rückkehr soll Schäuble Bundestagspräsident werden.

BERLIN (Dow Jones)--Abschied die Zweite. Nachdem ihm seine Kollegen aus Europa bereits Kränze geflochten haben, kann sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf noch größerem Parkett über weitere Elogen freuen. Der CDU-Politiker wird bis Samstag an der IWF-Herbsttagung sowie dem Treffen der G20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure in Washington teilnehmen. Es dürften nach allem Ermessen seine letzten Treffen dieser Art als Finanzminister sein. Nach seiner Rückkehr soll Schäuble Bundestagspräsident werden.

Viele Größen der Finanz- und Wirtschaftspolitik wollen Schäuble in den USA persönlich noch einmal auf die Schulter klopfen. Entsprechende Anfragen sind in seinem Ministerium zuhauf eingetrudelt. Der IWF tat ihm zudem den Gefallen, kurz vor dem großen Treffen Länder mit hohen Schuldenständen zu mehr Spardisziplin zu ermahnen.

 
Entspannter Minister 
 

Deutschland erzielt hingegen seit einigen Jahren Überschüsse, und auch die Eurozone hat die Krise abgeschüttelt. Das Wachstum zieht weiter an. "Deshalb sehen wir auch einer insofern entspannten Jahrestagung entgegen. Wir werden ganz sicher nicht im Mittelpunkt der Besorgnisse über die Entwicklung der Weltwirtschaft stehen", gab sich Schäuble bereits entspannt. In all den Krisen um Griechenland, Spanien, Irland, Zypern und Portugal hat es der mächtige deutsche Finanzminister jedoch nicht geschafft, den Währungsblock insgesamt auf einen vergleichsweise sicheren Kurs zu setzen.

Sein Vermächtnis hat er in einem Papier niederschreiben lassen, das an die Medien gelangte. Das Kernanliegen: Der Europäische Rettungsfonds ESM soll zu einem Europäischen Währungsfonds ausgebaut werden. Und der ESM soll künftig die Haushaltsentwürfe aus den Euro-Mitgliedsländern prüfen und bei zu hohen Schulden zurückweisen können. Die nachsichtige EU-Kommission hat ihn bei dieser Aufgabe in der Vergangenheit enttäuscht.

 
Von der Seitenlinie 
 

Das ist allerdings genau das Gegenteil von dem, was sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für den Euroraum vorstellt. Der will unter anderem einen Euro-Finanzminister. Wie das Rennen ausgeht, kann Schäuble zumindest direkt nicht mehr mitentscheiden. Wie viel Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bereit ist, Macron zu geben, wird Schäuble als engagierter Betrachter von der Seitenlinie beobachten und hinnehmen müssen.

Den Stab der G20-Präsidentschaft kann der CDU-Veteran guten Gewissens an Argentinien weiterreichen. Seiner Initiative für mehr Wirtschaftswachstum und gutes Regieren in Afrika wollen sich in Kürze drei weitere afrikanische Länder anschließen. In Zeiten globaler Migrationswellen kam Schäubles Vorstoß spät, aber immerhin hat er ihn prominent gesetzt.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/stl/sha

(END) Dow Jones Newswires

October 11, 2017 08:27 ET (12:27 GMT)