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11.09.2017 07:00, Dow Jones

KONJUNKTUR IM BLICK/BoE und SNB prüfen ihre Geldpolitik

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Es hat in den vergangenen Tagen nicht an geldpolitischen Überraschungen gefehlt: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer zögerlichen Haltung bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik noch nicht einmal die größte geliefert. Überraschender waren da schon die Zinserhöhung der Bank of Canada oder die unerwartet deutliche Straffung durch die brasilianische Zentralbank. In dieser Woche stehen nun geldpolitische Entscheidungen bei zwei Zentralbanken an, die ebenfalls gut prognostizierbar erscheinen: Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Bank of England (BoE). Außerdem stehen Konjunkturdaten aus Europa und den USA auf dem Programm.

FRANKFURT (Dow Jones)--Es hat in den vergangenen Tagen nicht an geldpolitischen Überraschungen gefehlt: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer zögerlichen Haltung bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik noch nicht einmal die größte geliefert. Überraschender waren da schon die Zinserhöhung der Bank of Canada oder die unerwartet deutliche Straffung durch die brasilianische Zentralbank. In dieser Woche stehen nun geldpolitische Entscheidungen bei zwei Zentralbanken an, die ebenfalls gut prognostizierbar erscheinen: Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Bank of England (BoE). Außerdem stehen Konjunkturdaten aus Europa und den USA auf dem Programm.

Volkswirte erwarten, dass die SNB ihre Geldpolitik unverändert lassen, möglicherweise aber die Inflationsprognosen anheben wird. Die kräftige Aufwertung des Euro hat zumindest die akutesten Sorgen der SNB hinsichtlich der Überbewertung des Franken gemildert. Seit der vergangenen Sitzung des geldpolitischen Rats hat der Franken gegenüber dem Euro um 5 Prozent abgewertet. Zuletzt mussten für einen Euro 1,14 Franken gezahlt werden. So hoch hat die schweizerische Währung seit der Aufgabe des Mindestkurses (1,20 Franken) im Jahr 2015 nicht mehr notiert.

 
Schwächerer Franken erhöht importierte Inflation 
 

Ein schwächerer Franken erhöht die importierte Inflation, was die SNB dazu bringen könnte ihre Inflationsprognosen anzuheben. Im Juni hatte sie für 2017 und 2018 je 0,3 Prozent Inflation prognostiziert. Gleichwohl gehen Beobachter nicht davon aus, dass die SNB ihre Rhetorik in Bezug auf den Franken ändern wird. Sie dürfte die Landeswährung vielmehr weiterhin als deutlich überbewertet bezeichnen und mit Interventionen drohen.

Auch an ihren Leitzinsen, insbesondere dem negativen Satz für Bankeinlagen von minus 0,75 Prozent, wird die SNB nichts ändern. Die geldpolitischen Entscheidungen und die Prognosen werden am Donnerstag um 9.30 Uhr veröffentlicht.

Die BoE ist weiter im Spannungsfeld von brexitbedingter Pfund-Abwertung und damit einhergehend steigenden Verbraucherpreisen auf der einen Seite, aber sinkenden Reallöhnen und damit sinkender Konsumdynamik auf der anderen Seite gefangen. Kritiker einer unverändert lockeren Geldpolitik können darauf verweisen, dass die Verbraucherpreise zuletzt mit einer Jahresrate von 2,6 Prozent gestiegen sind und dass die Kapazitätsauslastung hoch ist.

 
Weiterhin nur eine Stimme für höheren BoE-Leitzins 
 

Zuletzt hat allerdings nur noch ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses für einen höheren Leitzins gestimmt. Beobachter gehen davon aus, dass sich an diesem Mehrheitsverhältnis angesichts schwacher Konsumdaten und eines sich abzeichnenden Inflationsrückgangs vorerst nichts ändern wird. Die BoE wird ihre geldpolitischen Entscheidungen, die nicht nur den Leitzins (0,25 Prozent), sondern auch das Zielvolumen von Staats- und Unternehmensanleihebeständen betreffen, am Donnerstag um 13.00 Uhr mitteilen.

Wichtigstes europäisches Konjunkturdatum der Woche ist die Industrieproduktion des Euroraums (Mittwoch, 11.00 Uhr). Die britische Statistikbehörde informiert am Dienstag (10.30 Uhr) über die Entwicklung der Verbraucherpreise im August und am Donnerstag (10.30 Uhr) über die Entwicklung des Arbeitsmarkts im August - sicher beides interessante Termine im Vorfeld der BoE-Sitzung.

Weitere wichtige Termine sind die chinesische Industrieproduktion im August (Donnerstag, 4.00 Uhr) sowie aus den USA Verbraucherpreise für August (Donnerstag, 14.30 Uhr) und Einzelhandelsumsatz (Freitag, 14.30 Uhr). Außerdem tagt am Freitag die Eurogruppe der Finanzminister, und es werden diverse Länderratings aktualisiert.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

September 11, 2017 01:00 ET (05:00 GMT)