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11.09.2017 05:45, Dow Jones

5 THEMEN, die für die Autobranche bei der IAA wichtig sind

Von Markus Klausen

FRANKFURT (Dow Jones)--Zwei Jahre nach dem Dieselskandal wollte die Autobranche auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) diese Woche eigentlich wieder mit neuen Modellen und Technologien glänzen. Doch mit dem Glanz wird es nichts, zumindest nicht in dem Maße, wie sich der ein oder andere Automanager das vorgestellt hat. Die Stimmung ist gedrückt, die Vorzeichen schlecht. Immer neue Negativschlagzeilen überschatten die spannenden Entwicklungen in der Autoindustrie.

FRANKFURT (Dow Jones)--Zwei Jahre nach dem Dieselskandal wollte die Autobranche auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) diese Woche eigentlich wieder mit neuen Modellen und Technologien glänzen. Doch mit dem Glanz wird es nichts, zumindest nicht in dem Maße, wie sich der ein oder andere Automanager das vorgestellt hat. Die Stimmung ist gedrückt, die Vorzeichen schlecht. Immer neue Negativschlagzeilen überschatten die spannenden Entwicklungen in der Autoindustrie.

Aus Taktgebern für die mobile Zukunft sind Getriebene geworden, die auf Fehler der Vergangenheit reagieren müssen, aber auf viele Fragen noch keine Antwort wissen. Im Folgenden sind die Baustellen der Branche aufgelistet und jene Themen, bei denen die Autobosse auf Angriff setzen.

1. Diesel

Es sind große, dunkle Wolken, die derzeit über die Autobranche hinwegziehen und immer größer zu werden scheinen. Die Debatte um den Dieselmotor und deshalb drohende Fahrverbote hat sich dermaßen beschleunigt, dass immer mehr Autokäufer dem Diesel den Rücken kehren - zumindest in Deutschland. Auf der IAA wird das mitten zwischen Neuvorstellungen und Technikwundern eines der wichtigsten Gesprächsthema sein: Stürzt der Diesel ab? Lassen sich Fahrverbote verhindern? Wie effektiv sind die versprochenen Software-Updates für bereits verkaufte Autos? Und: Kommen doch noch Hardware-Nachrüstungen? Zum Thema Diesel wird sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstag äußern müssen.

Jürgen Pieper, Autoanalyst vom Bankhaus Metzler, hat schon einmal grob skizziert, wie ein Kompromissvorschlag auf dem nächsten Dieselgipfel aussehen könnte: 10 bis 20 Prozent der schmutzigsten Dieselautos mit Euro-5- und Euro-6-Motor könnte mit Katalysatoren nachgerüstet werden.

2. E-Autos - wann geht's so richtig los?

Die deutschen Hersteller überbieten sich derzeit mit ihren Plänen für (neue) Elektromodelle. Bis es aber tatsächlich ein nennenswertes Angebot gibt, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.

BMW will die Palette elektrifizierter Autos von derzeit 9 auf 25 Fahrzeuge im Jahr 2025 ausbauen. 12 davon sollen vollelektrisch fahren. Die anderen sind Hybride, die auf längeren Strecken auf den Verbrennungsmotor zugreifen. Zusätzlich zu den rein elektrischen i3 und i8 soll 2019 der Mini als E-Modell in Serie kommen. Auf der IAA will BMW einen rein elektrischen Viertürer vorstellen - das könnte die erhoffte Antwort auf den gerade gestarteten Tesla 3 sein, der mit einer halben Million Vorbestellungen dem E-Auto möglicherweise auf dem Massenmarkt zum Durchbruch verhelfen könnte.

VW will den bisherigen Planungen zufolge bis 2025 über 30 neue Elektroautos entwickeln. In der Summe soll der Elektro-Absatz bei den Wolfsburgern dann auf ein Viertel des Gesamtabsatzes steigen.

Daimler rechnet bei seiner Elektromarke EQ mit mehr als zehn neuen Modellen bis 2022. Drei Jahre später soll der Absatzanteil von E-Autos wie bei BMW bei bis zu 25 Prozent liegen. Um diese Zielvorgaben zu erreichen, muss das Zusammenspiel zwischen OEMs und Zulieferern klappen. Letztere werden zur IAA sicherlich auch die ein oder andere Überraschung im Gepäck haben.

3. Vernetzung und autonomes Fahren

Während die Verbreitung der Elektromobilität noch immer mit vielen Fragezeichen versehen ist, gelten vernetzte Autos und das autonome Fahren als baldige Zukunftsentwicklungen. "Keine andere Automobilmesse setzt den Schwerpunkt Digitalisierung so stark wie die IAA", sagt deshalb VDA-Chef Matthias Wissmann. Das zeigen auch die Branchenschwergewichte auf der Messe: Neben SAP und Google sind auch Facebook oder der Chiphersteller Qualcomm präsent. Software- und Autobranche wachsen immer mehr zusammen, das zeigt die steigende Zahl branchenübergreifender Kooperationen. Beim Autonomen Fahren wird es sicherlich die ein oder andere Überraschung geben. Bis die Fahrzeuge aber letztlich serienreif sind und das Steuer vollständig allein übernehmen, wird es noch Jahre dauern. Bis dahin lautet die Devise: Investieren und (hoffentlich) ganz vorne dabei sein.

4. Was wird eigentlich aus der IAA?

Der alle zwei Jahre stattfindende Branchengipfel in Frankfurt kämpft sicher nicht um seine Existenzberechtigung. Es gibt nach diversen, teils auch überraschenden Absagen aber zunehmend kritische Stimmen. Die IAA hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt: Ein wichtiger Teil der Messe widmet sich unter dem Namen New Mobility World ausschließlich jungen Startups. Facebook ist erstmals mit einem eigenen Stand präsent und mit Chery und Wei sind auch zwei chinesische Hersteller vor Ort. Doch die vielen Absagen prägen (auch) das Bild: Tesla ist als Elektroautopionier nicht dabei genauso wie Rolls-Royce, Volvo, Aston Martin, Peugeot, Nissan, Mitsubishi oder die Fiat-Chrysler-Gruppe mit Alfa Romeo oder Lancia. Neue Vermarktungswege, andere Leitmessen und die Kosten dürften die Hauptgründe dafür sein.

5. Wissmann - VDA-Chef auf Abruf?

Auch wenn das Thema vorerst erledigt ist, steht die Zukunft von Matthias Wissmann als Auto-Cheflobbyist auf der Agenda. Vor wenigen Tagen hatte es noch den Anschein, als wollten die Autokonzerne den VDA-Chef loswerden, der seit 2007 an der Spitze des Verbandes steht und nicht immer zur Zufriedenheit der Branche agierte. Daimler, VW und BMW stellten sich aber hinter Wissmann, dessen Vertrag bis Herbst 2018 läuft. In einem Interview sagte der ehemalige Bundesverkehrsminister jüngst, dass er an der Spitze bleiben wolle. Die Personaldebatte dürfte trotzdem in Gang kommen und die Frage im Raum stehen, wer das ramponierte Image der Autobranche bis zur nächsten IAA in zwei Jahren wieder aufpolieren will.

Kontakt zum Autor: markus.klausen@wsj.com

DJG/kla/rio

(END) Dow Jones Newswires

September 10, 2017 23:45 ET (03:45 GMT)