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11.08.2017 12:01, Dow Jones

KONJUNKTUR IM BLICK/Deutsches BIP steigt im 2. Quartal um 0,7%

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte sich im zweiten Quartal verstärkt haben. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent gestiegen ist. Das Statistische Bundesamt (Destatis) wird die Daten am Dienstag um 8.00 Uhr veröffentlichen. Neben BIP-Zahlen für Japan, Italien und den Euroraum steht in der Woche ansonsten die Veröffentlichung der aktuellen Sitzungsprotokolle des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) und EZB-Rat an.

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte sich im zweiten Quartal verstärkt haben. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent gestiegen ist. Das Statistische Bundesamt (Destatis) wird die Daten am Dienstag um 8.00 Uhr veröffentlichen. Neben BIP-Zahlen für Japan, Italien und den Euroraum steht in der Woche ansonsten die Veröffentlichung der aktuellen Sitzungsprotokolle des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) und EZB-Rat an.

Die Erwartung, dass sich das Wachstum in Deutschland nach einem - fast schon traditionell - starken ersten Quartal abschwächen würde, hat sich wohl nicht erfüllt. Nicht alleine der Höhenflug der Umfrageindikatoren spricht dagegen, inzwischen tun das auch die harten Indikatoren: Die Produktion im produzierenden Sektor (Industrie, Bau, Energie) ist um 1,8 Prozent gestiegen, die Einzelhandelsumsätze haben zugelegt und wahrscheinlich auch die Investitionen und der private Konsum sowieso.

 
Wachstumsbeitrag des Außenhandels noch umstritten 
 

Etwas uneins sind Analysten nur in der Frage, ob der Außenhandel das Wachstum gestützt oder belastet hat. Es sieht also nach einem breit abgestützten Wachstum aus, das auch über das zweite Quartal hinaus anhalten dürfte, wenn man den Stimmungsindikatoren Glauben schenkt. Destatis wird am Dienstag noch keine Details mitteilen, aber andeuten, welches die Wachstumstreiber gewesen sind.

Eurostat kommt am Mittwoch (11.00 Uhr) mit der zweiten BIP-Veröffentlichung für den Euroraum heraus. In erster Veröffentlichung war ein BIP-Anstieg von 0,6 Prozent gemeldet worden. Deutschland hatte zu dieser Veröffentlichung eine interne Schätzung beigesteuert. Bereits bekannt sind unter anderem die BIP-Daten Frankreichs und Spaniens. Volkswirte erwarten eine Bestätigung der ersten Schätzung, die sich bisher als relativ zuverlässig erwiesen hat.

Italiens BIP-Daten werden um 10.00 Uhr veröffentlicht, Japans kommen bereits am Montag (1.50 Uhr).

 
US-Notenbank veröffentlicht "Minutes" von 25./26. Juli 
 

Die US-Notenbank veröffentlicht am Mittwoch (20.00 Uhr) das Protokoll (Minutes) der FOMC-Beratungen vom 25. und 26. Juli. Da hatte der FOMC die Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen. Das geldpolitische Statement enthielt die Aussage, dass die Fed "relativ bald" mit einer Normalisierung ihrer Bilanzsumme beginnen dürfte, was Beobachter als "hawkish" einstuften.

Dass trotzdem der US-Dollar leicht abwertete, wurde mit einigen "dovishen Details" erklärt, darunter dem Verweis auf den jüngsten Rückgang von Inflation und Kerninflation. Das Protokoll der Beratungen könnte Aufschluss darüber geben, wie beunruhigt das Gremium tatsächlich über die niedrige Inflation ist und wie es über Bilanzverkleinerung und Leitzinserhöhungen denkt.

Das europäische Pendant der "Minutes" veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag (13.30 Uhr) - es geht um das Protokoll der Ratssitzung vom 20. Juli. EZB-Präsident Mario Draghi hatte in seiner viel beachteten Rede in Sintra im Juni von einer "Anpassung der geldpolitischen Instrumente" gesprochen, mit der die EZB den Prozess der Konjunkturerholung begleiten könne, weil die Geldpolitik ohne Anpassung immer akkommodierender würde.

 
EZB-Sitzungsprotokoll könnte Hinweise auf Tapering-Pläne geben 
 

Bei der EZB-Ratssitzung hatte er dann aber zur Enttäuschung vieler Analysten keine Hinweise folgen lassen, was damit gemeint sein könnte. Draghi stimmte die Märkte lediglich darauf ein, dass die EZB darüber "im Herbst" beraten werde, also im September oder Oktober. Spätestens dann müsste die EZB nach Einschätzung von Volkswirten kommunizieren, dass sie ihre Anleiheankäufe ab 2018 verringern muss (Tapering).

Marktteilnehmer und andere Beobachter werden das Sitzungsprotokoll nach Hinweisen auf solche Pläne absuchen und außerdem prüfen, ob der EZB-Rat wie Draghi glaubt, dass die Konjunkturerholung letztlich auch zu einer höheren Inflation führen wird, auch wenn dies derzeit noch nicht der Fall ist.

 
Konjunkturdaten aus den USA und Großbritannien 
 

Daneben gibt es im Verlauf der Woche wichtige US-Konjunkturdaten: Am Dienstag (14.30 Uhr) kommen die Einzelhandelsumsätze für Juli, am Donnerstag (15.15 Uhr) Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung, ebenfalls für Juli. Am Donnerstag (19.45 Uhr) spricht zudem Neel Kashkari, seines Zeichens stimmberechtigtes FOMC-Mitglied.

Aufschluss über die Konjunkturentwicklung in Großbritannien geben Verbraucherpreisdaten für Juli (Dienstag, 10.30 Uhr) und der Arbeitsmarktbericht für Juli (Mittwoch, 10.30 Uhr).

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/gos

(END) Dow Jones Newswires

August 11, 2017 06:01 ET (10:01 GMT)