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09.01.2017 10:01, Dow Jones

UPDATE/Deutsche Wirtschaft schaltet im Schlussquartal einen Gang höher

--Gewinne bei Produktion und Exporten deuten auf höheres Wachstum

--Rückenwind dürfte im neuen Jahr anhalten

--Wirtschaftsministerium rechnet mit solidem Winterhalbjahr

(NEU: Völlig neu durchgeschrieben, Stimmen von Volkswirten)

Von Christian Grimm und Andreas Plecko

BERLIN (Dow Jones)--Zuwächse in der Produktion und beim Export dürften das Wachstum im Schlussquartal 2016 angeschoben haben. Die Volkswirte der Commerzbank rechnen deshalb damit, dass es sich zwischen Oktober und Dezember auf 0,5 Prozent beschleunigt hat. Im dritten Quartal hatte die deutsche Wirtschaft nur um 0,2 Prozent zugelegt.

Der Ausstoß von Industrie und Bauwirtschaft war im November mit 0,4 Prozent zwar schwächer als erwartet geklettert, weil die Statistiker aber auch das Plus im Oktober von 0,3 auf 0,4 Prozent nach oben revidierten, zeigen sich die Analysten zuversichtlich. "Zusammen mit dem starken Anstieg der Exporte im November um 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat deutet dies auf einen starken Jahresausklang für die deutsche Wirtschaft", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Trotz internationaler Krisen floriert der Außenhandel. In unbereinigter Rechnung betrugen die Exporte im November 108,5 Milliarden Euro und die Importe 85,8 Milliarden Euro. "Das ist in beiden Verkehrsrichtungen der jeweils höchste bisher gemessene Monatswert", erklärte das Statistische Bundesamt.

 
Analysten sind zuversichtlich 
 

"Die heutigen Daten liefern einige Anhaltspunkte dafür, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal an Schwung gewonnen hat", bewertete ING-Volkswirt Carsten Brzeski die Entwicklung. Der Haupttreiber der Konjunktur werde aber die Binnennachfrage bleiben.

Brzeskis Kollege Stefan Kipar, Analyst bei der Bayern LB, sieht die größte Volkswirtschaft der Eurozone wegen der guten Auftragseingänge in der Industrie mit Rückenwind in das neue Jahr gehen. "Angesichts der großen Zahl an potenziellen Belastungsfaktoren für die Konjunktur 2017, wie Brexit und die Wahlen in Frankreich und Deutschland, ist ein guter Start der Konjunktur aber auch nötig", so Kipar.

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet wegen verbesserter Stimmungsindikatoren und Auftragseingänge ebenfalls mit einem soliden Winterhalbjahr. "In der Industrie und im Baugewerbe hat sich die Produktion nach einem schwachen Sommerhalbjahr spürbar belebt", erklärte das Haus von Minister Sigmar Gabriel (SPD) bei der Vorlage der Daten zur Produktion.

Am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die Daten zum Wirtschaftswachstum im abgelaufenen Jahr und eventuell eine erste Schätzung zum vierten Quartal vorlegen.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 09, 2017 04:01 ET (09:01 GMT)