20.09.2014 17:30, Dow Jones

WOCHENENDÜBERBLICK/20. September 2014

Ukraine und Separatisten einigen sich in Minsk auf Neun-Punkte-Plan

Bei den Gesprächen zum Ukraine-Konflikt in Minsk haben sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe und die Schaffung einer demilitarisierten Pufferzone geeinigt. "Wir haben ein Memorandum unterzeichnet", sagte der ukrainische Ex-Präsident Leonid Kutschma, der Kiew bei den Verhandlungen vertrat, am frühen Samstagmorgen in der weißrussischen Hauptstadt. Zentraler Punkt des Neun-Punkte-Programms ist der Rückzug beider Konfliktparteien auf 15 Kilometer von einer "Kontaktlinie".

G-20 wollen Putin bei ihrem Gipfeltreffen im November

Russlands Präsident Wladimir Putin soll trotz der Ukraine-Krise am Gipfeltreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) teilnehmen, das im November in Brisbane stattfindet. Australien, das derzeit den Vorsitz der Staatengemeinschaft führt, zeigt sich plötzlich entschlossen, Putin zu dem Treffen einzuladen - und hat für dieses Vorhaben nach eigenen Angaben eine "emphatische" Zustimmung vieler Länder der G20 erhalten.

Deutsche Rüstungsindustrie setzt Gabriel unter Druck

Als Reaktion auf die restriktive Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung hat die deutsche Waffenindustrie mit Abwanderung ins Ausland gedroht. Die Regierung blockiere inzwischen den Export von Waffen weitgehend und kaufe selbst kaum neue Systeme ein, kritisierte Armin Papperger, Chef von Rheinmetall und Präsident des Rüstungsverbands.

GE könnte in Bieterrennen um Dresser-Rand einsteigen

Der Übernahmekampf um Dresser-Rand zieht immer größere Kreise. Nun soll auch General Electric (GE) Gespräche mit dem US-Ölindustrieausrüster geführt und eine Kaufofferte erwägen. Damit könnte es nach Alstom möglicherweise erneut zu einem Bieterstreit zwischen GE und Siemens kommen. Siemens soll laut verschiedenen Medienberichten ein Gebot für Dresser-Rand über 80 Dollar je Aktie und damit insgesamt über 6 Milliarden Dollar vorbereiten.

G20 wollen dem Wachstum einen Schub geben

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer der Welt (G20) haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Mit einem überbordenden Paket von Maßnahmen wollen sie es schaffen, das Weltwirtschaftswachstum innerhalb von fünf Jahren um zwei Prozentpunkte zu erhöhen. Das ehrgeizige Vorhaben ist das Herzstück des australischen G20-Vorsitzes und soll bis zum nächsten Gipfel Mitte November in Brisbane im sogenannten "Brisbane Action Plan" münden.

Regierungspartei von Neuseelands Premier Key gewinnt Parlamentswahl

Die Partei des amtierenden Premierministers John Key hat die Parlamentswahlen in Neuseeland klar gewonnen. Auf Keys konservative National-Partei entfielen Prognosen zufolge rund 48 Prozent der Stimmen, wie mehrere Fernsehsender am Samstag übereinstimmend meldeten. Oppositionsführer David Cunliffe räumte seine Niederlage ein.

Nach dem IPO-Triumpf wird es schwer für Alibaba

Nach dem grandiosen Börsendebut könnte es für Alibaba in Zukunft schwerer werden. Nach dem Kursanstieg wird die Alibaba-Aktie nun auf verwässerter Basis mit rund dem 32-fachen geschätzten Gewinn bewertet - und damit teuerer als etwa Tencent und Baidu. Die Konkurrenz aber auch Alibabas immenser Expansionshunger werden auf die Gewinne drücken. Die operativen Margen sind bereits von 51 Prozent im ersten Quartal 2013 auf 43 Prozent zurückgegangen.

Die neue Strategie der Ölriesen: Abwarten

Große Ölfirmen haben eine neue Form der lukrativen Lagerhaltung entdeckt: Sie horten Millionen Barrel des Rohstoffs auf riesigen Ozeantankern. Besonders die chinesische Sinopec und die niederländische Vitol Group greifen zu dieser Strategie, berichten mehrere Insider. Tanker werden nicht mehr genutzt, um Öl aus den Förderländern zu einem Hafen zu transportieren, sondern sie bleiben auf Hoher See und dienen dort als mobile Lager. Die Ölfirmen wollen so Preisunterschiede zwischen den Future-Märkten und den Spot-Preisen ausnutzen. Kurzfristig lieferbares Öl ist derzeit billiger.

ZF peilt Umsatz von 50 Milliarden Euro bis 2025 an

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen strebt nach der Übernahme von TRW für das Jahr 2025 einen Umsatz von bis zu 50 Milliarden Euro an. Bislang hatte sich ZF Erlöse von 40 Milliarden Euro zum Ziel gesetzt. Der Automobilzulieferer hatte vor wenigen Tagen die Übernahme des Mitbewerbers TRW Automotive für rund 13,5 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben.

BDI senkt Wachstumsprognose für Deutschland

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr wegen der Krisen in der Ukraine, im Irak und in Nahost nach unten korrigiert. Wie BDI-Präsident Ulrich Grillo sagte, erwartet er 2014 nur noch ein Wachstum von 1,5 Prozent statt bislang 2 Prozent. "Die Unternehmen spüren Gegenwind, die Unsicherheit nimmt zu", so Grillo.

Air-France-Piloten verlängern Streik um eine Woche

Die Piloten von Air France wollen den Ausstand bis zum kommenden Freitag verlängern. Wegen des Streiks musste Air France seit dem vergangenen Montag rund 60 Prozent aller Flüge streichen. Die damit verbundenen Kosten belaufen sich nach Unternehmensangaben auf zwischen 10 bis 15 Millionen Euro täglich. Die Piloten protestieren gegen den geplanten Ausbau der Air-France-Billigflugtochter Transvia und damit verbunden Kosteneinsparungen bei der Mutter. Auch fordern die Gewerkschaften die tarifliche Gleichbehandlung der Tansvia-Piloten mit denen von Air France.

Noyer: "Jetzt" keine Staatsanleihenkäufe durch EZB

Unmittelbaren Forderungen nach einem Kaufprogramm für Staatsanleihen hat der französische Notenbankgouverneur und EZB-Ratsmitglied Christian Noyer zunächst eine Absage erteilt. Die Eurozone befinde sich derzeit nicht in einer Deflation. Allerdings könnten die Finanzmärkte ihre Inflationserwartungen anpassen, was wiederum schädlich für die Glaubwürdigkeit der EZB wäre. Deshalb sei es wichtig, wieder eine Inflation nahe der Zielmarke zu erreichen. Diese liegt bei zwei Prozent.

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