SIEMENS AG NASIEMENS AG SP. ADR 1
26.01.2015 15:05, Dow Jones

AUSBLICK/Der schwache Euro stärkt Siemens nicht genug

Von Archibald Preuschat

Der schwache Euro hilft der europäischen exportorientierten Wirtschaft - und somit auch Siemens, die am Dienstag ihr Erstquartalsergebnis für die Monate September bis Dezember erstmals in der neuen Konzernstruktur berichtet. Der Industriekonzern hat die Zahl seiner Divisionen auf neun von zuvor 16 reduziert und die bisherigen vier Sektoren gänzlich abgeschafft.

Der schwache Euro hilft der europäischen exportorientierten Wirtschaft - und somit auch Siemens, die am Dienstag ihr Erstquartalsergebnis für die Monate September bis Dezember erstmals in der neuen Konzernstruktur berichtet. Der Industriekonzern hat die Zahl seiner Divisionen auf neun von zuvor 16 reduziert und die bisherigen vier Sektoren gänzlich abgeschafft.

Analysten sehen den Siemens-Umsatz um 2 Prozent auf 17,16 Milliarden Euro zulegen. Ein laut LBBW 1,7-prozentiges organisches Umsatzwachstum dürfte mit weiteren 2 Prozent aus Währungseffekten gestützt, durch Dekonsolidierungseffekte aber um 1,5 Prozent gemindert worden sein.

Das Plus beim Umsatz könnte möglicherweise aber das einzige positive Vorzeichen unter den Kennzahlen sein. So sehen die Analysten den Auftragseingang, der eine Indikation auf zukünftige Umsätze ist, um 4,8 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro zurückgehen. Allerdings buchte Siemens im Vorjahreszeitraum einen Milliarden-Auftrag aus Saudi-Arabien, was die Vergleichbarkeit der Werte erschwert.

Auch der Profit des Industriegeschäfts, also aller Divisionen, wird um 2,6 Prozent rückläufig erwartet und von den Analysten bei 1,85 Milliarden Euro gesehen.

Siemens hatte mehrfach auf ein schwieriges Öl- und Gasgeschäft hingewiesen. Ein Bereich, in dem der Dax-Konzern mit Dresser Rand ausgerechnet den teuersten Zukauf der Unternehmensgeschichte tätigte. 7,6 Milliarden US-Dollar ließ sich Siemens den Ausstatter der Öl- und Gasindustrie kosten. Nur einige Wochen später brach der Ölpreis ein. Das nachlassende Wachstum in China bereitet dem deutschen Industriekonzern ebenfalls Sorgen.

Preis und Sinnhaftigkeit des Dresser Rand-Zukaufs wird aller Voraussicht nach auch Thema auf der Hauptversammlung werden, die ebenfalls am Dienstag in der Münchener Olympiahalle stattfindet.

Nachfolgend die von Dow Jones Newswires zusammengestellten Schätzungen von Analysten zum 1. Quartal 2014/15:

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                Auftrags-                     Erg   Erg/ 
1. Quartal        eingang  Umsatz  Profit  nSt(1)  Aktie 
MITTELWERT         19.701  17.158   1.847   1.262   1,50 
Vorjahr            20.695  16.817   1.896   1.348   1,60 
+/- in %             -4,8    +2,0    -2,6    -6,4   -6,3 
 
MEDIAN             19.537  17.107   1.827   1.204   1,47 
Maximum            20.900  17.692   1.985   1.480   1,65 
Minimum            18.674  16.871   1.724   1.176   1,38 
Anzahl                  8      12      11      12     10 
 
           Ergebnismarge: 
                    Power  Wind Power 
                      and         and   Energy     Building 
1. Quartal Sektoren   Gas  Renewables Management Technologies 
MITTELWERT     10,7  13,9       4,5      3,7          8,6 
Vorjahr        11,3  18,2       5,0      1,7          8,9 
+/- in %       -5,1   -24       -11     +119         -3,0 
 
MEDIAN         10,7  13,9       4,0      3,3          8,5 
Maximum        11,5  16,1       8,0      9,8          9,1 
Minimum        10,0  11,8       1,7      0,4          8,3 
Anzahl            7     6         6        6            6 
 
 
             Ergebnismarge:        Process 
                       Digital  Industries 
1. Quartal   Mobility  Factory  and Drives  Healthcare 
MITTELWERT        6,4     17,9         8,2        16,3 
Vorjahr           6,9     17,8         7,4        17,6 
+/- in %         -7,7     +0,6         +10        -7,4 
 
MEDIAN            6,6     18,5         8,1        17,2 
Maximum           7,3     19,3        10,0        17,5 
Minimum           4,7     15,0         6,6        11,5 
Anzahl              6        6           6           6 
 
 
                                                 Ergebnis- 
            Auftrags-                 Erg   Erg/    marge: 
GJ 2014/15    eingang Umsatz Profit nSt(1) Aktie Sektoren 
MITTELWERT     81.951 74.370  7.978 6.059   7,41     10,5 
Vorjahr        79.158 72.396  7.703 5.292   6,28     10,6 
+/- in %         +3,5   +2,7   +3,6   +15    +18     -1,3 
 
MEDIAN         82.674 73.401  7.908 6.315   7,33     10,6 
Maximum        88.153 79.863  9.112 6.846   8,30     11,5 
Minimum        74.303 71.234  7.307 4.986   6,75      9,5 
Anzahl              4      9      7     8      5        7 
 
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- alle Angaben in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro

- Bilanzierung nach IFRS

Quelle Vorjahreszahlen: Angaben des Unternehmens und von Analysten - wie berichtet.

(1) Fortgeführte Bereiche.

Kontakt zum Autor: archibald.preuschat@wsj.com

DJG/apr/sha

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January 26, 2015 09:05 ET (14:05 GMT)