24.05.2015 13:27, Dow Jones

Minister: Athen kann IWF-Schulden im Juni nicht zurück zahlen

ATHEN (AFP)--Griechenland wird eine im Juni anstehende Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Angaben von Innenminister Nikos Voutsis nicht bewerkstelligen können. Die Summe von 1,6 Milliarden Euro werde nicht gezahlt werden, "und übrigens gibt es nicht das Geld dafür", sagte Voutsis am Sonntag dem Fernsehsender Mega Channel. Für einen Kommentar war zunächst keiner der Sprecher von Ministerpräsident Alexis Tsipras zu erreichen.

Noch am Freitag hatte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis erklärt, Athen habe vor, alle seine Verpflichtungen einzuhalten. Die Priorität liege aber bei den "heimischen Verpflichtungen". Offiziell hat die von der Linkspartei Syriza geführte Regierung immer wieder bekräftigt, sie werde zunächst Renten zahlen, bevor sie Schulden tilge.

Am Freitag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärt, sie sehe keine rasche Lösung der Griechenland-Krise. "Es ist noch eine ganze Menge zu tun", sagte sie nach einem Treffen mit Tsipras in Riga. Athen müsse noch "sehr, sehr intensiv" mit den Gläubiger-Institutionen verhandeln, bevor frisches Geld fließe, sagte Merkel weiter.

Athen verhandelt seit drei Monaten mit den Euro-Ländern und dem IWF über die Konditionen für die Auszahlung weiterer Kredite. 7,2 Milliarden Euro stehen noch zur Verfügung. Angesichts der bedeutenden Ausstände, die die Griechen im Sommer begleichen müssen, könnte diese Summe aber rasch aufgebraucht sein.

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May 24, 2015 07:27 ET (11:27 GMT)