21.04.2015 13:17, Dow Jones

Schäuble und Gabriel uneins bei Besteuerung von Eigenkapital

Von Christian Grimm

BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die unterschiedliche Besteuerung von Eigen- und Fremdkapital auf den Prüfstand stellen, stößt aber bei Finanzminister Wolfgang Schäuble auf Ablehnung. Zur Steigerung der Investitionen in den Unternehmen kündigte Gabriel am Dienstag an, die ungleiche Belastung von Eigenmitteln und Krediten beseitigen zu wollen.

BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die unterschiedliche Besteuerung von Eigen- und Fremdkapital auf den Prüfstand stellen, stößt aber bei Finanzminister Wolfgang Schäuble auf Ablehnung. Zur Steigerung der Investitionen in den Unternehmen kündigte Gabriel am Dienstag an, die ungleiche Belastung von Eigenmitteln und Krediten beseitigen zu wollen.

"Doppelte Besteuerung durch Eigenkapital kann abschreckend wirken. Deswegen glaube ich, dass wir in die Diskussion über die unterschiedliche Behandlung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital einsteigen müssen", erklärte Gabriel. Er hatte zu einer Konferenz für mehr Investitionen in Deutschland in sein Ministerium geladen, der auch der Finanzminister gefolgt war.

Wolfgang Schäuble bügelte den Vorstoß seines Kabinettskollegen aber umgehend ab. "Die Debatte um Eigen- und Fremdkapital ist nicht unser aktuelles Problem", sagte der CDU-Politiker.

Kauft ein Unternehmen beispielsweise eine neue Maschine, muss es mehr an den Fiskus zahlen, wenn es mit Eigen- statt mit Fremdkapital finanziert wird. Der Steuervorteil der Kreditfinanzierung ergibt sich daraus, dass die Zinszahlungen von der Steuerschuld abgezogen werden können, während die Rendite für Eigenkapital nicht abzugsfähig ist.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/brb

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April 21, 2015 07:17 ET (11:17 GMT)