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03.07.2015 16:15, Dow Jones

MÄRKTE EUROPA/Hellas lähmt die Risikobereitschaft

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Verkaufsinteresse an den europäischen Aktienmärkten nimmt am Nachmittag etwas zu. "Das sind Glattstellungen oder Absicherungen bei geringen Umsätzen, weil die Anleger vor dem Referendum vorsichtig sind", sagt ein Marktteilnehmer. Außerdem sei das Kaufinteresse extrem gering: "Niemand will mit einer offenen Flanke ins Wochenende gehen", so der Händler. Der DAX fällt um 0,7 Prozent auf 11.016 Punkte, und der Euro-Stoxx-50 gibt um 1,0 Prozent nach.

FRANKFURT (Dow Jones)--Das Verkaufsinteresse an den europäischen Aktienmärkten nimmt am Nachmittag etwas zu. "Das sind Glattstellungen oder Absicherungen bei geringen Umsätzen, weil die Anleger vor dem Referendum vorsichtig sind", sagt ein Marktteilnehmer. Außerdem sei das Kaufinteresse extrem gering: "Niemand will mit einer offenen Flanke ins Wochenende gehen", so der Händler. Der DAX fällt um 0,7 Prozent auf 11.016 Punkte, und der Euro-Stoxx-50 gibt um 1,0 Prozent nach.

"Die Anleger nehmen Risiko heraus", sagt ein anderer Marktteilnehmer, der das ebenfalls mit der Unsicherheit vor dem Referendum und der Reaktion auf dieses am Montag begründet. "Griechenland drängt alle anderen Faktoren in den Hintergrund", sagt er. Außerdem fehlen wegen des vorgezogenen Feiertags die Impulse aus dem US-Handel.

Wie IG Markets anmerkt, stellen sowohl ein "Ja" als auch ein "Nein" der griechischen Bevölkerung zum Forderungskatalog der Gläubiger ein erhebliches Risiko für die Finanzmärkte dar. Bei einem "Ja" drohe das Land in einem politischen Chaos zu versinken. Daneben müsse wieder neu mit den Gläubigern verhandelt werden. Bei einem "Nein" sei ein Abverkauf an den Märkten nicht auszuschließen.

Andreas Paciorek von CMC Markets meint, ein "Nein" könnte den DAX bis auf die 200-Tage-Linie bei 10.600 Punkten zurückwerfen. Das wäre dann allerdings für diesen Marktstrategen ein letzter Ausschüttler, der in einer Aufwärtswelle Richtung 12.000 oder längerfristig sogar 13.000 Punkten münden werde. Denn dann sei das Thema vom Tisch. Ein "Ja" könnte den DAX dagegen in Richtung 12.000 Punkte treiben, dann werde er aber wieder von den Problemen eingeholt werden.

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) kann Griechenland seine Schulden nicht mehr tragen. Der Politikwechsel in Athen habe einen hohen zusätzlichen Mittelbedarf ausgelöst, der die Schuldendynamik wegen der bereits existierenden enormen Schuldenlast nicht mehr beherrschbar erscheinen lasse. "Um mit hoher Sicherheit Schuldentragfähigkeit herzustellen, muss die griechische Politik wieder auf den Reformpfad zurückkehren und außerdem muss die Restlaufzeit der europäischen Kredite deutlich gestreckt werden", heißt es in der Analyse.

Eher beruhigende Worte kommen von den Marktstrategen der UBS. Sie sehen das Risiko einer Ansteckung anderer Staaten durch einen Austritt Griechenlands aus dem Euro (Grexit) schwinden. Zwar seien die Risikoprämien für Anleihen der Eurozone-Peripherie jüngst gestiegen. "Aber nicht so stark, wie wir das erwartet hatten", heißt es. Daher hat UBS die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung von 40 auf 30 Prozent gesenkt. Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit betrage unverändert 40 Prozent.

Unter den Einzeltiteln fällt die K+S-Aktie mit plus 4,5 Prozent aus dem Rahmen. Nach der Ablehnung des Kaufangebots durch K+S legt Potash nach. Partnerschaftliche Verhandlungen könnten die Vorbehalte der Deutschen gegen einen Zusammenschluss beseitigen, so die Kanadier. Außerdem will Potash die gebotenen 41 Euro je Aktie in bar bezahlen. Im Handel kommt die 100-prozentige Cash-Offerte positiv an. Auch wird nicht ausgeschlossen, dass Potash das Gebot noch erhöhen könnte. Gefragt sind auch Munich Re mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent, nachdem die Commerzbank die Aktien auf "Buy" von "Reduce" angehoben hat.

Die Aktien des Schmuckhändlers Elumeo haben am Freitag keinen berauschenden Börsengang an der Frankfurter Börse hingelegt. Die Aktie geht mit 24,94 Euro um. Damit liegt sie zwar über Tagestief, aber immer noch unter dem Emissionspreis von 25 Euro. Und dieser markierte bereits das untere Ende der bis 33 Euro reichenden Spanne. Wegen des sich immer weiter zuspitzende Griechenland-Dramas hatten zuletzt einige IPO-Kandidaten ihren Börsengang abgesagt oder verschoben.

Bei den Branchen werden die Verlierer nun von den Versorgerwerten angeführt. Sie leiden unter Gewinnmitnahmen bei RWE, deren Plus vom Donnerstag sich wieder einmal als Eintagsfliege herausstellt. Sie verlieren 3,1 Prozent. Das Minus von 2,8 Prozent bei Iberdrola erklärt sich mit Dividendenabschlag und Sonderausschüttung, belastet aber ebenfalls den Sektorindex.

Am Devisenmarkt notiert der Euro wenig verändert bei 1,11 Dollar. Im Handel wird bezweifelt, ob das Referendum wirklich für Klarheit sorgen wird. Es sei nicht auszuschließen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Mandat immer weiter strecken werde, um den griechischen Bankensektor vor der Insolvenz zu bewahren. Das könnte den Euro belasten. "Wie man es auch dreht und wendet: Ein 'Ja' am Sonntag wird Griechenlands Probleme nicht im Ansatz lösen. Die Unsicherheit könnte nächste Woche eher noch größer werden - für ein 'Nein' gilt das allemal", so Lutz Karpowitz von der Commerzbank.

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INDEX                  Stand      +-% 
Euro-Stoxx-50       3.427,90   -1,02% 
Stoxx-50            3.299,20   -0,96% 
DAX                11.027,25   -0,65% 
FTSE                6.576,81   -0,81% 
CAC                 4.787,76   -0,99% 
EUREX                  Stand  +-Ticks 
Bund-Future         151,65%      +68 
 
DEVISEN  zuletzt   +/- %  Fr, 8.39 Uhr  Do, 17.30 Uhr 
EUR/USD   1,1102   0,08%        1,1093         1,1103 
EUR/JPY   136,13  -0,31%        136,55         136,60 
EUR/CHF   1,0443  -0,13%        1,0457         1,0480 
USD/JPY   122,63  -0,37%        123,08         123,05 
GBP/USD   1,5616   0,02%        1,5613         1,5616 
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Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

DJG/hru/flf

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July 03, 2015 10:15 ET (14:15 GMT)