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29.07.2014 08:19, Dow Jones

UPDATE: UBS verdient trotz Einigung mit deutschem Fiskus mehr

-- Steuerverfahren in Deutschland gegen Zahlung von 300 Mio Euro eingestellt

-- Gewinn steigt auf 792 von 690 Millionen Franken

-- Nettoneugeldzuflüsse WM steigen auf 10,7 Milliarden Franken

-- Harte Kernkapitalquote legt auf 13,5 Prozent zu

(Durchgehend neu)

Von Matthias Goldschmidt

Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal trotz hoher Kosten für die Beilegung juristischer Streitigkeiten mehr verdient und die Erwartungen übertroffen. Unter anderem legt die Bank im Steuerstreit mit den deutschen Behörden 300 Millionen Euro auf den Tisch.

Insgesamt wurde das Ergebnis der Bank von Rückstellungen für Rechtsfälle und regulatorische Angelegenheiten mit 254 Millionen Franken belastet, ein Großteil wegen der Einigung mit der Bochumer Staatsanwaltschaft. Diese hatte nach Ankauf einer Steuer-CD mit Kontodaten reicher Deutscher wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt.

Mit den USA hatte sich die Bank in einem ähnlichen Fall bereits verglichen, auch in Frankreich strebt das Institut eine Einigung mit den dortigen Steuerbehörden an. Das ist aber nicht die einzige juristische Front, an der die UBS zu kämpfen hat. Wegen der möglichen Manipulation von Devisenkursen könnte demnächst eine Einigung mit der britischen Finanzaufsicht ins Haus stehen, wie das Wall Street Journal vergangene Woche berichtete.

In ihrem operativen Geschäft schnitt die UBS solide ab. Die Vermögensverwaltung, das Kerngeschäft der UBS, wuchs im zweiten Quartal weiter. Der Nettoneugeldzufluss stieg auf 10,7 Milliarden Franken nach 10,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das Vorsteuerergebnis dieses Segments wurde allerdings durch die Rückstellungen belastet. Es sank auf 355 nach 619 Millionen im ersten Quartal. Im Investmentbanking dagegen steigerte die Bank ihren Gewinn dank eines guten Kapitalmarktgeschäfts im Quartalsvergleich um 36 Prozent auf 579 Millionen Franken.

Insgesamt kletterte der Konzerngewinn vor Steuern im zweiten Quartal von 1,02 im Vorjahreszeitraum auf 1,22 Milliarden Schweizer Franken. Analysten hatten mit 1,1 Milliarden Franken gerechnet. Das Nettoergebnis erreichte 792 nach 690 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum. Hier hatte die Prognose der von Dow Jones Newswires befragten Analysten auf 750 Millionen Franken gelautet.

Ihre Kapitalausstattung hat die Bank weiter gestärkt. Die harte Kernkapitalquote (CET 1 - nach Basel III bei vollständiger Umsetzung) lag per Ende Juni bei 13,5 Prozent nach 13,2 Prozent Ende März. Bei der UBS ist die Marke von 13 Prozent eine der Voraussetzungen, um die Dividende anzuheben.

Für das laufende Quartal gab sich die UBS AG vorsichtig. So seien "Ergebnisverbesserungen unter den herrschenden Marktbedingungen unwahrscheinlich", teilte die UBS mit. Die Bank verweist auf die grundsätzlichen und geopolitischen Herausforderungen, die zu Beginn des dritten Quartals unverändert bestehen bleiben.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/mgo/smh

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July 29, 2014 02:19 ET (06:19 GMT)