Commodity Channel Index (CCI)

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'''Grundlagen:''' DONALD LAMBERT, ein Rohstoffhändler in den 70er und 80er Jahren, entwickelte den Commodity – Channel - Index (CCI) aus der Erkenntnis heraus, das sich viele Rohstoffe in relativ gleichmäßigen Zyklen bewegen. LAMBERT, der gerade den programmierbaren Taschenrechner für sich entdeckt hatte, wollte einen Indikator entwickeln, der die neuen technischen Möglichkeiten ausnutzte. Er sah das ganze auch als programmiertechnische Herausforderung an.
Als Ergebnis seiner Entwicklung entstand ein Indikator, der bereits Anfang der 80er Jahre Standard in den ersten Tradingsoftwarepaketen geworden ist. Der CCI hat diese Beliebtheit bis heute nicht verloren. Im Laufe der Zeit wurden weitere, von LAMBERTs ursprünglicher Verwendung abweichende Methoden entwickelt, den CCI zu verwenden. Der CCI wird verwendet, um Beginn und Ende von Kurstrends, von saisonalen Trends und Zyklen zu erkennen. Auch hat sich das Einsatzgebiet des Indikators deutlich verbreitert. Er kann im Prinzip in allen Kurscharts, angefangen bei Bonds, Aktien, Futures, Indizes und innerhalb aller Zeitrahmen verwendet werden. Es existieren Handelsansätze in fünf Minuten Charts ebenso wie in Monatscharts.

'''Berechnung und Parameter: '''Die Berechnung des CCI erfolgt in mehreren Schritten und weicht teilweise deutlich von der herkömmlicher Indikatoren ab. Im ersten Schritt wird der sogenannte signifikante Kurs ermittelt, indem Tageshoch, Tagestief und Tagesschluss addiert und dann durch drei dividiert werden.

Typical Price:

TP(t) = (High(t) + Low(t) + Close(t)) / 3

Als nächstes wird ein einfacher, gleitender Durchschnitt (SMA) dieses signifikanten Kurses errechnet.

Average Typical Price :

Avg(t) = Sum(n)(TP) / n

Im dritten Schritt wird die durchschnittliche Abweichung des signifikanten Kurses von seinem gleitenden Durchschnitt errechnet. Damit wird ein Maß für die täglichen Schwankungen der Kurse ermittelt.

Average Deviation:

sAvg(t) = Sum(n)(abs(TP – Avg)) / n

Im vierten Schritt folgt die endgültige Berechnung des CCI:

CCI(t) = (TP(t) – Avg(t)) / (0.015 * sAvg(t))

n = Berechnungsperiode

Durch den Faktor 0.015 erreichte LAMBERT, dass ein Grossteil der Indikatorwerte innerhalb der Skalenwerte 100% bis -100% liegen. Alle diese Werte können laut LAMBERT als unbedeutendes Rauschen abgetan werden. Erst Indikatorwerte darüber oder darunter für den trendfolgenden Trader interessant.
Für den CCI ist ein wählbares Parameter vorhanden. Dabei handelt es sich um die Berechnungsperiode. Diese wird sowohl für die Berechnung des gleitenden Durchschnittes als auch für die Berechnung der durchschnittlichen Abweichung verwendet.
Die Parameterwahl für die Berechnungsperiode steht ihnen frei. Als Standard sind in den meisten Softwarepaketen 20 Tage eingestellt. Der Indikator ist sowohl im Paket von Tradesignal Express als auch im Standardpaket von Tradesignal Enterprise enthalten. In beiden liegt die Grundeinstellung bei 20 Tagen. Die obere Extremzone liegt bei 100%, die untere Extremzone bei -100%.
Sollte der CCI tatsächlich für die Zyklenanalyse in Basiswerten verwendet werden, so wird empfohlen, die Parametereinstellung an diese Zyklen anzupassen. B. STARR schlägt in ihrem Artikel in TAS&C vor, jeweils ein Drittel der zu erwartenden Zyklenlänge als Periodeneinstellung für den CCI zu verwenden. Eine stark abweichende Periodeneinstellung ist bei COLBY und MEYERS zu finden. Diese verwendeten einen 90 Wochen CCI als Basis für ein Trendfolgesystem. Generell gilt bei der Periodenwahl: je kürzer die Berechnungsperiode, umso mehr Fehlsignale wird es geben; je länger die Berechnungsperiode, umso mehr von den profitablen Bewegungen wird verpasst, bevor ein Signal generiert wird. Den CCI in der Standardversion von Tradesignal Enterprise sehen Sie in '''Abb.1'''.

'''Darstellungsvarianten: '''Ich habe zwei veränderte Varianten des CCI für Tradesignal programmiert. Zum einen eine optisch veränderte Version. Es werden überkaufte und überverkaufte Indikatorenwerte optisch hervorgehoben und eine Signallinie ist bereits „eingebaut“. In der zweiten Variante habe ich dem CCI eine Glättung verpasst. Variante eins ist in '''Abb.2''' zu sehen. Variante zwei ist in '''Abb.3''' zu sehen.

Die Glättung des CCI erfolgt mit Hilfe eines Rauschfilters von John Ehlers. Als Parameter ist ein Schwellenwert anzugeben. Dieser ist nicht mit der Periodenangabe eines gleitenden Durchschnittes Vergleichbar. Probieren Sie verschiedene auch sehr hohe Werte durch, um die optimale Glättung zu erzielen. Diese Variante reduziert die zeitliche Verzögerung der Indikator – Bewegungen, die durch die Glättung eingeschleust wird, auf ein Minimum.
Beide Indikatoren können Sie mit '''ArbBer.1''' downloaden.
'''Interpretation:''' Der CCI bildet das Verhältnis der Kursbewegung zu ihrem Durchschnitt ab. Dabei wird unterstellt, dass ein gewisser Prozentsatz dieser Bewegungen rein zufälliger Natur ist. Erst eine Bewegung über diesen Wert hinaus wird als beginnender Trend angesehen. In diesem Falle fungiert der CCI als Trendfolgeindikator.
Soweit die Standardinterpretation nach LAMBERT. Da sich im Laufe der Zeit jedoch die Verhältnisse zwischen Trendphasen und trendlosen Phasen verändert haben, wird der CCI auch als überkauft / überverkauft - Oszillator verwendet. Im folgendem möchte ich die einzelnen, in der Literatur zu findenden Verwendungsmöglichkeiten erläutern:

LAMBERTs Breakout – Indikator:
Kurse schwanken um ihre Mittelwerte. Ein Großteil dieser Schwankungen kann nicht als trendgerichtete Bewegung bezeichnet werden, es sind zufällige Schwankungen, die als durchschnittliche Abweichung vom Mittelwert gemessen werden. Erst Kursbewegungen über diese Abweichung hinaus gelten als Beginn eines starken Trends. Lambert hat hierzu die Skalierung des Indikators so angepasst, dass sich die normalen Kursschwankungen innerhalb von 100% bis -100% vom Mittelwert, hier durch die Nulllinie repräsentiert, abspielen. Statistisch gemessen sind dies zwischen 70 und 80 % aller Kurse des Betrachtungszeitraumes. Ein beginnender starker Aufwärtstrend wird angenommen, wenn der CCI über die 100% Marke steigt. Ein beginnender starker Abwärtstrend wird angenommen, wenn der CCI unter die -100% Marke fällt. Der Trend gilt als beendet, wenn der Indikator in die Zone zwischen 100% und -100% zurückkehrt. In '''Abb.4''' habe ich einige der Signale markiert, die durch LAMBERTs Original – Handelsansatz entstanden wären.

Überkauft / Überverkauft – Oszillator:
Resultierend aus den sich verändernden Marktbedingungen wurde die ursprüngliche Methode der CCI Verwendung zunehmend durch die übliche Oszillatorinterpretation ersetzt. Hierbei wird der CCI in gleicher Weise verwendet, wie LANEs Stochastik oder WILDERs RSI. Die beiden Extremzonen gelten nicht als trendbestätigende Marken, sondern als Marken, an denen mögliche Trendwechsel stattfinden.
Der Indikator wird jetzt verwendet, um überkaufte und überverkaufte Kursregionen zu identifizieren. Fällt der Indikator unter die untere Skalenbegrenzung, wird die danach folgende Überkreuzung über die -100% Marke als Kaufsignal gewertet. Steigt er über die obere Skalenabgrenzung, wird die folgende Unterkreuzung unter die 100% Marke als Verkaufssignal gewertet. In trendlosen Phasen oder breiten Tradingranges funktioniert diese Methode gut. In trendstarken Phasen liefert sie vermehrt Fehlsignale, wie dies bei fast allen Oszillatoren der Fall ist. Deshalb ist es ratsam, einen Trendfilter vorweg zu schalten und nur in die von diesem angezeigte Richtung zu handeln. In '''Abb.5''' sind alle Signale markiert, die durch das Verlassen der Extremzonen erzeugt werden.

Es gibt in einigen Veröffentlichungen den Handelsansatz in Kombination eines zweiten, längerfristig eingestellten CCI Indikators, der als Trendfilter verwendet wird. Hierbei werden nur die Signale gehandelt, die in Trendrichtung des zweiten CCI Indikators weisen.

Crossover:
Bei dieser Methode werden entweder zwei CCI Indikatoren mit unterschiedlicher Berechnungsperiode verwendet oder auf einen CCI Indikator ein gleitender Durchschnitt konstruiert. In beiden Fällen gelten die Schnittpunkte der beiden Linien als Handelssignale.
Hierbei kann die Lage der Schnittpunkte in der Werteskala als zusätzlicher Filter verwendet werden. Signale werden also nur über/unter der Mittellinie oder nur oberhalb oder unterhalb der beiden Extremzonen gewertet. '''Abb.6''' zeigt einen Chart, indem alle Handelssignale, gefiltert durch die Mittellinie markiert sind.

Divergenzanalyse:
Hierbei werden der Kursverlauf des Basistitels und der des Indikators miteinander verglichen.
Dabei ist zu beachten, dass Divergenzen in trendlosen Phasen weniger starke bis keine Bedeutung haben. Bewegt sich der Basistitel auf einen neuen Hoch- oder Tiefpunkt zu, ohne das der Indikator dieser Bewegung folgt, handelt es sich um eine Divergenz. Diese Divergenzen können auf mögliche Änderungen in Trendbewegungen hinweisen.
In '''Abb.7''' habe ich eine bullishe und eine bearishe Divergenz markiert.

Die linke Divergenz wird als bullish bezeichnet. Während der Basistitel auf neue Tiefpunkte fällt, bildet der Indikator steigende Tiefpunkte aus. Ein Zeichen, dass die Bewegungsdynamik im Trend nachlässt. Die rechte Divergenz wird als bearishe Divergenz gewertet. Der Dax steigt auf neue Hochpunkte, währen der Indikator leicht fallende Hochpunkte bildet. Auch hier erkennt man an der Divergenz, dass die Dynamik der Kursbewegungen nachgelassen hat.

Trendlinienanalyse:
Auf den CCI Indikator können Trendlinien konstruiert werden, indem seine Hoch- und Tiefpunkte mit Linien verbunden werden. Schnittpunkte über oder unter diesen Linien werden als Handelssignale verwendet. In '''Abb.8''' sind einige Beispiele markiert.

Bewegungskonvergenz mehrerer CCI Indikatoren:
Hierbei werden zwei oder mehr CCI Indikatoren mit verschiedenen Berechnungsperioden übereinander gelegt betrachtet. Handelssignale entstehen, wenn alle Linien gleichzeitig bestimmte Muster in bestimmten Skalenregionen bilden, Signale werden ausgelassen, wenn nur eine oder zwei der Linien diese Muster bilden. In '''Abb.9''' ist ein Beispiel zu sehen. Als markante Ereignisse gelten die Situationen, in denen alle drei Indikatoren in einer der Extremzonen verlaufen. Im diesem Beispiel habe ich Periodeneinstellungen von 11-, 22-, und 33- Tagen verwendet.

'''Kritische Würdigung: '''Kann ein solch beliebter Indikator Kritikpunkte aufweisen?? Ja, kann er durchaus. Was auf den ersten Blick auffällt, ist der unruhige Linienverlauf. Durch die vielen Hakenschläge, die der Spur eines Hasen auf der Flucht vor dem Jäger gleichen, wird die Interpretation erschwert. Besonders die Verwendung einer Signallinie wird dadurch behindert.

'''Quellen:
'''ERICH FLOREK, „Neue Trading Dimensionen“
COLBY ,„The Enzyclopedia of Technical Market Indicators“
D. W. DAVIES, “Defining The CCI” TAS&C V.13
BARBARA STARR, “The CCI” TAS&C V.10
JEANETTE SCHWARZ - YOUNG, “The CCI Revisited” TAS&C V.13
Equilla Skript "Hier finden Sie den Equilla-Code des CCI"
Equilla Skript "..und hier den Equilla-Code der entsprechenden Funktion"
Equilla Skript "Hier finden Sie den Equilla-Code der geglätteten Variante"
Equilla Skript "Hier finden Sie den Equilla-Code der farbigen Variante"
Equilla Skript "Hier finden Sie den Equilla-Code des Konvergenz Indikators"

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